Posts mit dem Label kopenhagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kopenhagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 12. März 2026

Erster Frühlingsspaziergang am Friedhof von Bispebjerg

 

Ein prächtiger Baum, muss ich irgendwie sagen

Ich hatte diese Woche ziemlich viel zu tun, da ich auf einem Gymnasium in einer Stadt nördlich von Kopenhagen geholfen habe, Prüfungen zu überwachen. Nun denn, nach drei Tagen mit Prüfungen konnte ich heute dann endlich zum ersten Mal seit Freitag richtig durchschlafen, und es fühlte sich gut an. 

Nach einem ziemlich minimalistischen Frühstück spekulierte ich dann ein wenig, was ich heute tun sollte - und entschied mich dann für einen Spaziergang am Friedhof hier in Bispebjerg. Immerhin war ich dieses (gregorianische) Jahr noch nicht da, und der Friedhof sieht eh am schönsten aus im Frühling oder im Herbst. 

An der neuen Friedhofsmauer 
Und Mann, was sah es schön aus. 

Die Winterglocken, Winterlinge und Krokusse waren alle in der Blüte, und wäre ich wohl eine Woche später gekommen, wären sie wohl schon alle verblüht. 

Winterlinge an der schönsten Allee 

Winterglocken am Schwedischen Friedhof 





Baum umgeben von Winterglocken und Winterlingen 

Angelegte Krokusse am Baumfriedhof 



Mit Biene 


Und ja, ich habe bei diesen Spaziergang auch sehr viel reflektiert über das Vergangene, das Zukünftige, und über das jetzige Weltgeschehen im Iran. Ich habe auch darüber nachgedacht wie Purim jetzt schon eine ganze Woche zurückliegt und Pesach in einigen Wochen anfängt. 

Die Blumen bei diesen Baum glühten irgendwie im Schatten 

Ich musste auch wieder mehrere Minuten beim Schwedischen Friedhof verbringen - meine Lieblingsabteilung des ganzen Friedhofs in Bispebjerg. 

Der Schwedische Friedhof 

Alle Grabsteine am Schwedischen Friedhof sind im gleichen, minimalistischen Stil 

Mit schwedischen Birken 

Als ich den Schwedischen Friedhof verlies, sah ich dann den letzten Überrest des Schnees:



Allerdings muss ich da anmerken dass das hier immerhin noch März ist - und in Skandinavien sind die Monate März und April sehr unberechenbar was das Wetter angeht, da kann die Sonne an den einen Tag scheinen, am nächsten Tag regnen, und dann wieder für einige Tage schneien. So wie vor drei Jahren zu Pesach in Stockholm

Und da muss ich dann daran denken, wie ich in einigen Wochen wieder zu Pesach in Stockholm sein werde, jedenfalls für die erste Hälfte der Pesach-Woche. 

Bestimmt wird es wieder ziemlich weis. 

Und dann auf den Weg nachhause kam ich dann am Baumfriedhof vorbei, wo ich dieses Jahr zum ersten Mal gezielt gepflanzte Krokusse sehe:





Heute konnte ich jedenfalls den Frühling richtig spüren. Das war sehr schön. Und jetzt habe ich auch mehr Energie für das, was kommen wird. 

Wie zum Beispiel die Rundumreinigung vor Pesach. 

Donnerstag, 26. Februar 2026

Bitte lass den Winter enden....

 

Frederiksberg im Schnee

Ich muss sagen, dieser Winter ist bis jetzt ein sehr kalter gewesen - erst in den letzten Tagen ist es etwas wärmer geworden, was man vor allem am schmelzenden Schnee spüren kann. 

Vor einigen Wochen kam ein sehr großer Schneesturm über Dänemark, der alles schön mit Pulverschnee übergoss. 

Ein eisiger Morgen im Herzen Kopenhagens 

Einige Tage nach dem Schneesturm, auf Østerbro

Einige Tage später reiste ich dann nach Lolland, und was sehe ich, als ich am Bahnhof von Nykøbing Falster aussteige?

Noch mehr Schnee. 

Eine schöne Begrüßung in Nykøbing Falster...

In der Woche auf Lolland hat es zwar auch geschneit, aber G"tt sei dank nicht in demselben Ausmaß wie in Kopenhagen. 

Auf Lolland haben wir den Geburtstag meiner Mutter gefeiert, und es war so gemütlich wie immer. 

Als die Woche vorbei war, hatte ich zuerst einen schönen Tag mit meinen Eltern in Næstved, und von da nahm ich dann den Zug nach Kopenhagen. 

Bilka, das Einkaufszentrum dass ich am meisten mit dem Konzept "Einkaufszentrum" verbinde

Am legendären Bahnhof in Næstved 

Am Bahnhof von Næstved habe ich jedenfalls wieder die Atmosphäre genossen und bin in Erinnerungen geschwelgt; und G"tt sei dank war der Zug nach Kopenhagen nicht überfüllt. 

Der Februar endet ja jetzt dieses Wochenende, und ich hoffe dass ab Sonntag richtiges Frühlingswetter sein wird. Und wenn ich richtiges Frühlingswetter sage, meine ich Sonnenschein und die Möglichkeit, dass die Blumen jetzt endlich richtig blühen können. 

Aber da dass hier ja Skandinavien ist, muss man aber auch beachten, dass März und April hier oben ziemlich unberechenbare Monate sind - am einen Tag kann die Sonne scheinen, am anderen dann regnen, und dann kann es wieder für einen oder zwei Tage schneien. 

Hauptsache mehr Sonne und weniger Regen. 

Dienstag, 17. Februar 2026

Erinnerungen an Albertslund

 

Unter einen Baum in Morbærhaven, am letzten Aprilabend 2015

Ich wohnte, wie ihr wisst, sechs Jahre lang in einer Studentensiedlung in der Kopenhagener Vorstadt Albertslund, genannt Morbærhaven. Ich war da zum ersten Mal Anfang August 2014, mit meinen Eltern, damit wir meine Wohnung besichtigen konnten. Einige Wochen später war ich dann umgezogen. 

Aber hier kommt der Twist: Morbærhaven, und Albertslund an sich, habe ich jedoch erst so richtig im Spätfrühling und Frühsommer 2015 kennengelernt. 

Dämmerung über Morbærhaven, zwei Tage vor meiner semi-spontanen Reise nach Flensburg im Juni 2015 

Ich hatte die ersten Wochen nach dem Umzug mehr zu tun um Kopenhagen an sich zu erforschen - wenn man jetzt einfach mit der S-Bahn in die Kopenhagener Innenstadt fahren kann, muss man das erforschen. Dann war ich für ein verlängertes Wochenende in Hamburg mit meinen Eltern wegen einer Hochzeit, und dann war da die Introwoche am Campus. Und dann fing das Semester an, und ich musste dann bis zum Frühling 2015 so meinen Rhythmus im Alltag finden. 

Erst so die letzten Wochen bevor die Leseferien an sich so richtig anfingen, so Mitte April 2015, hatte ich erst richtig Zeit für anderes, und erforschte dann Morbærhaven und die Umgebung. Und ich hatte dann erstmals lange Spaziergänge zum Park Herstedhøje, wo ein großer künstlich angelegter Hügel ist.

Das erste Mal wo ich jedoch einen längeren Spaziergang in der Richtung machte war jedoch schon Anfang März, die zwei Wochen vor der Klassenfahrt nach Israel mit der Uni. Das war allerdings eher die Ausnahme - auch weil es in der Woche etwas wärmer geworden war, bevor der Frühling dann wieder kühler wurde (sehr passend zum Tod meiner Großmutter).  

Beim ersten längeren Spaziergang im März 2015 




Der Wald wo diese Spaziergänge immer anfingen war Vestskoven, der "West Wald". Der Wald ist auch künstlich angelegt, das merkt man auch daran, dass er ziemlich dünn ist. 

Als ich mit diesen ersten Spaziergang im März fertig war, bin ich dann spontan nach Næstved gereist um Sushi zu essen, auch weil der Tag noch jung war - und weil das Wetter wirklich gut war. 

Aber wie gesagt, dieser Tag war eher eine Ausnahme, und erst ab Mitte April hatte ich mehr Zeit und Energie für die Art von Spaziergängen, wo ich dann vieles endlich mit anderen Augen sah. 

Während der letzten Dämmerung im April 2015 

Der Horizont schreit nur so "Fernweh". 




In der Innenstadt von Albertslund war ich auch einige Male - hauptsächlich zum einkaufen. Jetzt begann ich jedoch da auch dort längere Spaziergänge zu gehen. 

Und ich entdeckte auch andere Wege um in und aus der Innenstadt von Kopenhagen zu kommen - während der Leseferien entdeckte ich den Bus 9A, der nach Glostrup, einer anderen Kopenhagener Vorstadt, fuhr. Die Route war - vor allem im Sommer - sehr gemütlich. Wenn ich den Bus bei Vesterport nahm, fuhr er durch Vesterbro, Frederiksberg, Vanløse und Rødovre, bevor er endlich in Glostrup ankam. In Glostrup nahm ich dann den Bus 141 oder 149 nach Morbærhaven. Das war mal was anderes als ständig nur die S-Bahn zu nehmen. 

Mein erstes Mal beim Bach in der Innenstadt von Albertslund. Am 1. Mai 2015 - direkt nachdem ich mein Fuß verstaucht hatte. 

Aber wie gesagt, ich brauchte wirklich etwas Zeit um mir endlich Zeit zu nehmen Albertslund an sich kennenzulernen. Ich glaube aber auch dass die Trauer um den Tod meiner Großmutter auch was damit zu tun hatte - irgendwann konnte ich nicht mehr nur in der Wohnung rumschmoren und ich musste was anderes sehen ohne all zu weit weg zu sein. 

Und wieder muss ich sagen, dass die Tatsache, dass ich Albertslund erst ein Jahr später kennenlernen konnte, mir erst vor kurzen aufgefallen ist. Auch weil es auch eine Weile dauerte, bis ich Bispebjerg kennenlernen konnte - ich zog im Oktober 2020 um, und lernte die erst im April 2021 richtig kennen. 

Darüber schreibe ich aber ein anderes Mal. 

Dienstag, 8. April 2025

Ein Lebewohl an einen geliebten Kater

 

Misiu ז"ל

Es war Anfang August 2014. Ich war gerade mal zwei Tage zuvor aus Israel zurückgekehrt, und meine Eltern und ich waren nach Albertslund gefahren, um meine erste Studentenwohnung zu besichtigen. Es lag in Morbærhaven, eine Studentensiedlung (ich würde nicht Wohnheim sagen, da die Wohnungen in verschiedenen Gebäuden waren) der am Rande eines kleinen Waldes liegt. Ich war ziemlich aufgeregt, da ich die Wohnung während des Urlaubs in Israel bekommen hatte, und ich hatte gerade zwei Tage zuvor erfahren, dass ich zum Hebräischstudium an der Universität zugelassen war. 

Wir schauten uns also die Wohnung an, und kurz darauf waren wir im Büro der Siedlung, wo ich den Mietvertrag unterschrieb. Gerade in dem Moment kam ein Maine Coon Kater hinein, der dann direkt zum Tresen hinlief und sich sofort auf den Rücken legte, um auf dem Bauch gestreichelt zu werden. 

Einige Wochen später zog ich also dahin. 

Das war Liebe auf dem ersten Blick. 

Das war Misiu, das Maskottchen von Morbærhaven, und das war die ganz offizielle Begrüßung. 

Ich hatte im Laufe der sechs Jahre, wo ich in Morbærhaven wohnte, so viele Begegnungen mit dem kleinen Stubentieger, und es war immer so schön ihn zu sehen. Vor allem wenn ich mit dem Wäschekorb zum Waschzentrum musste, war es immer schön, eine kleine Weile zu stoppen, um ihn zu streicheln. 

Auch als ich Ende 2020 nach Bispebjerg zog, verfolgte ich in der für ihn kreierten Facebookgruppe, wie es um ihn geht. 

Letzte Woche wurde jedoch gesagt, dass er nun, wegen seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr essen kann, eingeschläfert werden muss - dass sollte jetzt diesen kommenden Freitag sein. 

Allerdings hatte er letzte Nacht eine Blutung im Hirn, und musste dann schon diesen Morgen eingeschläfert werden. 

Misiu, ich werde dich nie vergessen. 

Du warst ein so guter Kater, ein gutes Maskottchen für Morbærhaven, und der wahrhaftige König. 

Donnerstag, 31. Oktober 2024

Zwei Male in Lyngby

Hier und da bin ich auf einigen Einrichtungen in Kopenhagen, um dort bei Prüfungen aufzupassen, dass die Schüler oder Studenten nicht schummeln. Das mache ich schon seit 2022. 

Am Anfang meiner Reise in diese Welt war ich im Februar 2022 (eine Woche vor den russischen Einmarsch...) bei einem Vorstellungsgespräch bei DTU, der Technischen Universität Dänemarks, in der Kopenhagener Vorstadt Lyngby. 

Hier muss ich sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon bei ein Prestiges Gymnasium in Kopenhagen schon eine solche Stelle bekam, die allerdings noch nicht in Anspruch nehmen konnte. Das kam erst im Mai. 

Nun denn, ich wachte dann etwas früh auf, um den Bus nach Søborg zu nehmen, um dann von da wieder den Bus nach Lyngby zu nehmen. 

Der Campus von DTU ist schon etwas beeindruckend 

In Lyngby musste ich dann die Augen aufhalten, um sicher zu gehen, dass ich auch an der richtigen Bushaltestelle ausstieg. Ich fand ihn dann, und der Campus lag schon direkt daneben. Es war ein sehr kalter Morgen, und ich machte mich dann auf den Weg nach innen. 

Der verführerisch weite Korridor von DTU Lyngby

Es waren noch zwanzig Minuten oder so bis zum Vorstellungsgespräch in dem Gebäude, also schaute ich mich ein wenig rum, bis ich mich zum Wartezimmer auf den Weg machte. Den Korridor, mit den vielen Malereien an der Wand auf der einen Seite, und einen Blick in den Garten in der Mitte des Gebäuden auf der anderen, fand ich irgendwie unwiderstehlich. 

Kunst. 

Nach einigen Minuten ging ich dann ins Wartezimmer. Es war schon ziemlich merkwürdig; ich wurde dann zum Vorstellungsgespräch gerufen, und das Gespräch lief jedenfalls sehr gut. Die Dame redete so, als würde ich die Stelle definitiv bekommen. 

Naja. 

Nach dem Gespräch ging ich weiter spazieren, und hatte dann einen Tee in der Kantine. 

Eine kleine Erfrischung. 

Der moderne Garten. Im Stile der 60er Jahre. 

Als ich dann wieder raus ging zur Bushaltestelle, war das Wetter auf einmal viel besser geworden, und die Sonne war draussen. 




Nun denn. Aus irgendeinen Grund war ich wirklich nachdenklich geworden bei dem Spaziergang auf dem Campus. Irgendwie freute ich mich schon auf die Aussicht, dort mehr Zeit zu verbringen. 

Ich fuhr dann mit dem Bus zurück nach Bispebjerg und entdeckte dann den Youtube Kanal Bedtime Stories

Schon am nächsten Tag bekam ich dann die Mail von der Dame - ich wurde nicht für die Stelle genommen. Weil ich halt keine Erfahrung hatte - aber naja, wie soll man denn sonnst Erfahrung sammeln? 

Zwei Jahre später war ich dann zurück für ein Vorstellungsgespräch, im März 2024. 

Und ich konnte fast nichts wiedererkennen, da nun mehrere Baustellen auf dem Campus sind. Aber das Gespräch war fast wie das von zwei Jahre zuvor - uuuuuuund ich bekam die Stelle trotz Erfahrung nicht. Aber naja. 

Ich war jedenfalls sehr nachdenklich an dem Tag, während ich am Campus einen Spaziergang hatte. 

Worüber ich gedacht habe, will ich (noch) nicht sagen. 

Hier sind einige Impressionen von dem Tag:




Der Korridor wieder 


Der Campusgarten 

Brutalismus pur 

Eine der vielen Baustellen - hier war zwei Jahre zuvor der Parkplatz und die Bushaltestelle

Fast sowjetische Ästhetik 


Mehr Kunst 

"Atomkraft? Ja danke!"


Hier muss ich dann sagen, dass das Beste an dem Tag waren die Bilder, die ich am Campus gemacht habe. 

Muss dennoch sagen, dass ich mich vielleicht bald wieder auf dem Campus für ein Vorstellungsgespräch finden werde. 

Oh, ich habe Geburtstag!

So, heute habe ich Geburtstag, und bin nun schöne 32 Jahre alt.  Eigentlich wollte ich heute einen Tagesausflug nach Malmö oder Helsingborg ...