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Freitag, 14. August 2026

FILMKRITIK: Oldboy (Südkorea 2003) (8/10)

 

Alternative Titel올드보이, Oldeuboi

Regie: Park Chan-wook

Produktion: Lim Seung-young

Drehbuch: Park Chan-wook, Hwang Jo-yun, Lim Jun-hyung nach einem Manga von Garon Tsuchiya und Nobuaki Minegishi 

Musik: Jo Yeong-wook 

Darsteller: Choi Min-sik, Kang Hye-jung, Yoo Ji-tae, Oh Dal-su, Ji Dae-han, Kim Byeong-ok, Yoon Jin-seo, Oh Kwang-rok

Handlung:

Der betrunkene Geschäftsmann Oh Dae-su (Choi Min-sik) wird eines Nachts von der Polizeiwache entführt, und wacht in einer verschlossenen Wohnung auf, in der er 15 Jahre lang fangengehalten wird. In der Zeit ist der Fernseher der einzige Kontakt zur Außenwelt - dort erfährt er vom Mord an seiner Frau, und er gilt als Hauptverdächtiger. Als er dann eines Tages aufwacht, ist er auf dem Dach eines Gebäudes, und will dann herausfinden, wer ihn 15 Jahre seines Lebens gestohlen hat. Hilfe bekommt er von der Sushimeisterin Mi-do (Kang Hye-jung) und seinem alten Freund Joo-hwan (Ji Dae-han). 

Review:

Nummer zwei der Rache-Trilogie von Park Chan-wook, nach Sympathy for Mr Vengeance. Wie ich schon in der Review zum ersten Teil sagte, finde ich, dass der erste Teil der schwächste Teil der Trilogie ist, obwohl die meisten Kritiker mir da widersprechen. Oldboy - und der darauffolgende Sympathy for Lady Vengeance - sind die ein deutlich besseren Filme der Trilogie. 

Ich möchte hier auch sagen, der Film ist wirklich nichts für schwache Nerven. Und ja, ich werde hier nichts spoilern, aber um euch eine Idee zu geben, was für eine Art von Brutalität hier ist, in einer Szene verschlingt Choi Min-sik einen lebenden Tintenfisch. Als Park Chan-wook den Preis er Jury in Cannes für diesen Film, widmete er den Preis den Tintenfischen, die für diesen Film ihr Leben ließen. Wie passend. 

Choi Min-sik spielt hier wohl die Rolle seines Lebens. Man nimmt ihn wirklich ab, dass er in der Wohnung seinen Verstand verliert. Und der Gedanke, 15 Jahre seines Lebens gestohlen zu bekommen, ist wirklich aus einem Alptraum. Die Kamerawinkel in den Szenen sind auch wirklich sehr klaustrophobisch. Kang Hye-jung spielt die Rolle der Mi-do auch sehr gut, und auch mit einer gewissen Tiefe - und gleichzeitig ist ihr Charakter auch sehr geheimnisvoll, da man nicht weis, wie und wo sie eigentlich steht. Yoo Ji-tae spielt die Rolle von Dae-sus Peiniger sehr gut, als diabolischer Sadist mit einem freundlichen Lächeln. Weshalb hat er Dae-su entführt und 15 Jahre eingesperrt? Mehr werde ich jetzt nicht sagen. Ji Dae-han ist gut als Comic Relief, kommt aber ziemlich kurz. 

Und dann ist da auch der sehr schwarze Humor - als Dae-su in Freiheit ist, kommt er an einem Mann vorbei, der Selbstmord begehen will. Mit kleinen Hund. Dae-su erzählt ihn dann seine Geschichte, und dann, als der Mann selbst erzählen will, geht Dae-su einfach weg. Als Dae-su dann das Gebäude verlassen hat, springt der Mann mit dem Hund runter und landet auf ein Auto. Ja. 

Eine andere witzige Szene - jedoch nicht so makaber - ist die, in der Dae-su und Mi-do jedes chinesische Restaurant der Stadt besuchen, um die Teigtaschen zu probieren, um über den Lieferjungen herauszufinden, wo er festgehalten wurde. Ja. 

Und die Kameraarbeit ist topklasse - so ist da eine berühmte Szene, die eine Schlägerei zeigt die in einem langen Take aufgenommen wurde ohne schnitte. 

Und die Farben sind ziemlich matt, meist dunkel und hier und da etwas violettes. Ein Augenschmaus wird erst der dritte Teil. 

Der große Twist am Ende - den ich jedoch nicht verraten möchte - gibt einen sehr viele Fragen auf, und, man fragt sich dann, wer an wem wohl die größte Rache hatte. Und man fragt sich dann: Warum? Und man fragt sich, ob Mitleid möglich ist. 

Letztendlich ist der Rote Faden in der Trilogie, dass Rache meistens nicht die Katharsis gibt, die man sich erhofft. 

Screenshots:































Donnerstag, 31. Oktober 2024

FILMKRITIK: Sympathy for Mr. Vengeance (Südkorea, 2002) (6/10)

 

Alternative Titel: 복수는 나의 것, Boksuneun naui geot

Regie: Park Chan-wook

Produktion: Im Jin-gyu

Drehbuch: Park Chan-wook, Lee Jae-soon, Lee Moo-young, Lee Yong-jong 

Musik: Baik Hyun-jin, Jang Young-gyu

Darsteller: Shin Ha-kyun, Bae Doona, Song Kang-ho, Im Ji-eun, Han Bo-bae, Lee Dae-yeon, Ryoo Seung-bum, Ryu Seung-wan, Oh Kwang-rok, Lee Yoon-mi, Jeong Gyu-su

Handlung:

Der taubstumme Ryu (Shin Ha-kyun) arbeitet hart, damit seine kranke Schwester (Im Ji-eun) endlich eine neue Niere bekommen kann. Nach einem Gespräch mit seiner anarchistischen Freundin Yeong-mi (Bae Doona) entführen die beiden das Mädchen Yu-sun (Han Bo-bae), die Tochter des Geschäftsmannes Park Dong-jin (Song Kang-ho). Als seine Schwester davon erfährt, begeht sie Selbstmord. Als Ryu sie an einem See beerdigt, fällt hinter ihn Yu-sun ins Wasser und ertrinkt. Dong-jin, der auf die Erpressung eingegangen war und das Geld übergeben hatte, ist am Boden zerstört, als er vom Tod seiner Tochter erfährt, und schwört Rache. 

Review:

Nun denn, hier sind wir also, am Anfang von Park Chan-wooks Rache-Trilogie. Und ich muss hier schon vorab sagen, dass ich im Gegensatz zu anderen finde, dass der erste Teil dieser Trilogie wohl der schwächste Teil der Reihe ist. Natürlich ist es kein schlechter Film, aber meiner Meinung nach ist der Film etwas anstrengend - vor allem die langen Sequenzen ohne Ton (um Ryu´s Taubstumme Welt und wie er sie wahrnimmt zu illustrieren) können oft anstrengend sein, auch weil an sich in vielen dieser Sequenzen nichts passiert. 

Die Darsteller leisten allesamt eine gute Arbeit. Shin Ha-kyun spielt den taubstummen Ryu wirklich sehr gut. Ein kleines weiteres Highlight in der Darstellerreihe ist Bae Doona als seine Freundin Yeong-mi, die mit ihren schlechten Ideen alles schlimmer macht, und letztendlich für den Konflikt der Story verantwortlich ist. Song Kang-ho leistet auch gute Arbeit als ein Vater, der einfach nur Rache will für den Tod seiner Tochter. 

Ein weiterer Pluspunkt für einen Film mit einer so harten Kost ist der Humor - der Humor taucht oft sehr unerwartet auf, und bei einer Szene am Anfang fragt man sich dann selbst, "was, darf ich denn hier lachen?", weil die kurze Szene auch etwas grenzüberschreitend ist. 

Alles in allen kann ich den Film, trotz seiner Mängel, weiterempfehlen. Ein guter Einstieg in Park Chan-wooks Rache-Trilogie. 

Und hier muss ich dann auch erwähnen, dass ich es schon etwas witzig finde, dass Bae Doona es in der Zwischenzeit in Hollywood geschafft hat - auch wenn es meistens Nebenrollen sind. 

Screenshots: 
































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