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Mittwoch, 5. August 2026

Ein Kinoerlebnis an einem sehr deprimierenden Tag, und wie die Sensation vergessen wurde

 

Ah, ich erinnere mich noch gut an damals, wo dieses Meme 2013-2014 die Runden machte 

Es war ein sehr trauriger Tag, eines der traurigsten an die ich mich erinnere. Es war Februar 2015. Es war der Morgen nach dem Terroranschlag. Ich war wegen den ganzen Horrors des Tages sehr überwältigt. Und ich wollte auf andere Gedanken kommen. 

Aber gehen wir zuerst zurück ins Jahr 2009. Eine junge Britin namens Erika Leonard ist ein Fan der Twilight-Reihe, die zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihres Craze ist. Eine Tages beginnt sie, eine Fanfiction zu Twilight zu schreiben, wie viele andere damals auch. Das Werk hieß Master of the Universe, und es spielte in einem alternativen Universum in der Bella Swan und Edward Cullen eine BDSM-induzierte Romanze haben. Die Fanfic wird schnell populär - und irgendwann wurde ein kleiner australischer Verlag darauf aufmerksam, und kontaktieren Erika. Sie ändert daraufhin die Namen, Orte, und korrigiert einige Kleinigkeiten. 2011 ist es dann so weit, und es wird als "Fifty Shades of Grey" veröffentlicht. Erika Leonard benutzt fortan das Pseudonym E. L. James. Im Laufe des Jahres und Anfang 2012 verbreitet sich das Buch über Mundpropaganda und diversen Blogs, und Kindle und andere E-Books verbreiten es dann schnell - auch weil es so weniger peinlich zum lesen ist, in der Öffentlichkeit. 

2012 erwerben Vintage Books die Rechte, und es kommt in eine noch breitere Öffentlichkeit, und wird in viele Sprachen veröffentlicht. Daraufhin kommt die Debatte, ob es sich um richtige Literatur handelt, oder um Schund oder Porno - und die BDSM-Szene distanziert sich gezielt von dem Werk, da das, was im Roman dargestellt wird, so gut wie nichts mit richtigen BDSM zu tun hat. Es kommen daraufhin Parodien im Fernsehen, diverse Artikel in Zeitschriften und Websites, und so gut wie jeder redete darüber. 

Dank einem Artikel im Stern im Sommer 2012 erfuhr ich, dass es sich um eine Twilight Fanfiction handelt. Das konnte ich nicht vergessen - und viele im Gymnasium wollten es nicht glauben. 

Irgendwann wurde natürlich auch von einer Verfilmung geredet. 

Im Sommer 2013 versuchte ich dann selbst, den ersten Teil der Reihe zu lesen. Ich gab nach wenigen Kapiteln auf. 

Zur selben Zeit tauchte auch zum ersten Mal das oben reingestellte Meme auf. 

Aber zurück zum Februar 2015. 

Ich saß also im Kino. Es war sogar der Tag der Premiere in Dänemark. Es waren nicht viele im Kino. Aber es waren einige Stück  - und da es die Premiere war, war es sogar im größten Sal des alten, prächtigen Kinos bei Vesterport. Und gerade deswegen bemerkte man, wie leer es eigentlich war. 

Der Film fing an. Wir treffen also dann Anastasia Steele, gespielt von Tipi Hedrens Enkelin und Tochter Melanie Griffiths, Dakota Johnson. Die Kamera liebt sie. Dann hat sie ihr erstes Treffen mit dem berüchtigten Christian Grey, gespielt von Jamie Dornan. Der Dialog zwischen ihnen beginnt. Ich fange an zu lachen, muss mich aber zusammenreisen. Das Schauspiel und die Dialoge - vor allem die Dialoge - waren grauenhaft. Und nein - Dakota Johnson und Jamie Dornan hatten wirklich keine Chemie. Da man kann über die Twilight-Filme sagen was man will, aber Kristen Stewart und Robert Pattinson hatten wenigstens Chemie. 

Der Film geht weiter. Wir kommen zur ersten Sexszene. Ziemlich langweilig, und dann auch noch diese wirklich prätentiöse Musik. Irgendwann treffen wir Christians Eltern. Die Mutter wird von Marcia Gay Harden gespielt, die ich bis dahin nur aus Law & Order: Special Victims Unit kenne. Ach ja, und die Schwester wird von der Sängerin Rita Ora gespielt. Ihr Schauspiel ist genauso langweilig wie ihre Gesangskünste, aber das woran ich in dem Moment am meisten dachte war die Tatsache, wie sehr sie gestylt war wie Ashley Greene als Alice in den Twilight Filmen. 

Nun denn, irgendwann kam das Ende. Christian Grey ist ein eifersüchtiger Psycho, und am Ende verlangt Anastasia, dass er sie mit der Peitsche bestrafen sollte. Macht er dann auch. Sie verlässt ihn, und der Film ist zu ende. Und sobald der Film vorbei war, haben alle im Kinosaal gelacht. 

Ja, das war der Film auf dem alle so sehr gewartet haben. 

In der Zeit danach kam dann in den Nachrichten, dass eine Frau im Kino irgendwo beim masturbieren ertappt wurde. Igitt. 

Aber der Punkt ist der, dass der Film ziemlich schlecht ist, und auch sehr zahm. Ich bezweifle, dass die Macher Filme wie La Bête oder A Woman Called Abe Sada gesehen haben. 

In der Zeit danach bemerkten viele, wie unangenehm Dakota Johnson und Jamie Dornan wirkten, wenn sie Interviews zum Film gaben. 

Trotz allen wurde der Film ein Hit. Die Kritiken waren jedenfalls entweder gemischt oder negativ. 

Dann kam das Frühjahr 2017. 

Der zweite Film war irgendwie schlechter als der erste. Und mit noch schlechteren Dialogen. Ach ja, und ein sehr schlecht gespielter Gastauftritt von Kim Basinger. 

Die Kritiken waren vernichtend, dennoch finanziell erfolgreich. Aber man bemerkte zu diesen Zeitpunkt schon, dass der Reiz von 2012-2015 schon deutlich nachgelassen hatte. 

2018 kam dann der letzte Teil raus. Der Film war eindeutig der schlimmste der Trilogie, da im Film so gut wie kein Plot vorhanden ist, das einzige was man sagen kann ist dass Anastasia und Christian heiraten und dass Anastasia eine richtige versnobte Zicke geworden ist, und dass die meisten Szenen nur die beiden im Reichtum zeigen. Und dann war da ein ziemlich blödes Lied von Rita Ora. 

The End. 

Ich kann mir vorstellen, dass Dakota Johnson und Jamie Dornan froh waren, als das ganze vorbei war. 

Aber jetzt zum Nachtrag:

Heute ist die Fifty Shades-Reihe nun mehr oder weniger vergessen worden. Klar, Leute wissen worum es geht, und in Antiquariaten und anderen Second Hand-Läden sieht man oft ganze Haufen von den Büchern, zusammen mit dem Da Vinci Code. Mehreres darüber hier

Gesehen in Kalundborg, Herbst 2025

Ich finde es einfach wirklich faszinierend, wie etwas, was vor einen Jahrzehnt her noch so überall war, jetzt entweder vergessen ist, oder Leute versuchen es zu vergessen. 

Interessant ist auch folgendes:

2012-2014 waren da sehr viele Fifty Shades-Klone auf dem Buchmarkt, die heute allesamt vergessen sind. 

Soll heißen, bis auf einen - 365 Tage von Blanka Lipinska, der 2020 verfilmt wurde und durch Netflix populär wurde. Wobei man hier aber bedenken muss, dass der Roman 2018 geschrieben wurde, also all die große Fifty Shades Mania schon lange vorbei war. 

Ich frage mich, was der nächste große literarisch-inspirierte Craze ist. Jetzt hatten wir ja den Twilight Craze 2008-2010, den durch den Hunger Games-Filmen inspirierte YA Dystopia Boom 2012-2016, und die gleichzeitige Fifty Shades-Mania. 

"Booktok" scheint nicht vieles herzugeben, außerhalb der Bubble. 

Ich bin ja gespannt. 

Und ja, ich frage mich auch, wie eine Fifty Shades Verfilmung mit Miranda Cosgrove und Nicolas Cage sein würde. 

Dienstag, 4. Juni 2019

Der Abstieg und Ende des YA Dystopia Trends

Trifft es genau. 
So, ich erinnere mich noch an den Frühling 2012, wo eine Freundin und ich in den ersten Film der Hunger Games-Reihe (auf deutsch Die Tribute von Panem) rein gingen, basierend auf der Roman-Reihe von Suzanne Collins. Es war ein sehr schöner Abend, und mir gefiel der Film sehr gut, und ich freute mich dann schon auf das Sequel im darauffolgenden Jahr. 

Zu der Zeit erinnerte mich das ganze allerdings auf einen früheren Trend - den Twilight Craze, der Ende 2008 anfing und dann 2010 nach dem Release von Eclipse aufhörte. Das war zwar nur der dritte Film der Reihe, allerdings war Twilight danach nicht mehr so präsent in den Medien wie vorher, zu dem Punkt dass selbst Parodien es nicht mehr anfassten. Und nach dem Release von Breaking Dawn 2 war alles dann komplett vorbei, und damit dann auch der Vampir-Trend. 

Ich begrüsste den neuen Trend, vorallem da die Protagonistin Katniss keine weinerliche Mary Sue ist wie Bella Swan, und die Handlung an sich mehr halt hat als eine sehr oberflächliche und missbräuchliche Romanze. 

Allerdings wusste ich nicht, dass der Trend nicht nur die Hunger Games-Reihe einbeschliessen würde, sondern das Genre an sich: Young Adult Dystopia. 

Nun denn. Flash forward zum Dezember 2013, in Berlin, ein Tag nach der Deutschland Premiere des zweiten Hunger Games Film, Catching Fire - von da an kamen die Sequels immer im Winter. Ich sass im Kino, und die ersten Trailer kamen heraus nach langer Werbung - und ein Trailer blieb mir in Erinnerung: der Trailer zum Film Divergent. Während die Handlung sehr Vage gehalten wurde - mit Ausnahme, dass es sich hier um eine Dystopie handelt und dass die Protagonistin in Schwierigkeiten ist - gefiel mir hier, dass Kate Winslet erstmals eine negative Rolle besetzte. 

Dann im Frühling 2014, bekam ich dann eines der letzten Karten für eine Vorpremiere für Divergent. 

Die Vorpremiere zu Divergent in Nykøbing Falster, Frühjahr 2014
Mir gefiel der Film sehr - besonders die Darbietung von Kate Winslet. Und obwohl mir die Darbietung von Shailene Woodley in der Hauptrolle auch sehr gefallen hat, so konnte ich nicht wirklich aufhören darüber nachzudenken, ob es sich hier um eine Mary Sue handelte. Und das tat es. Allerdings musste ich später eingestehen, dass Kate Winslet eigentlich das beste am Film war, und das einzige dass einen so wirklich in Erinnerung bleibt. Ich las dann im Internet nach, worum es ging, also was sich die Autorin Veronica Roth dachte als sie es schrieb. Und das was ich im Internet fand, sah nicht gerade gut aus. Anscheinend hatte sie nicht so sehr über das Worldbuilding gedacht, als sie mit dem ersten Roman der Reihe anfing - und angeblich wurde sie schon innerhalb eines Monats damit fertig. Eigentlich ergibt es Sinn - und in den nächsten zwei Romanen konnte man sehr sehen dass sie nicht so sehr an das Worldbuilding gedacht hatte. Und dann las ich, das viele Leser mit dem Ende des dritten und letzten Buches nicht zufrieden waren. Mehr dazu später. 

Jedenfalls wurde die Divergent-Reihe danach zum Nachfolger der Hunger Games-Reihe geführt. Und ich muss da sagen, dass ich da schon etwas skeptisch war. Und dennoch freute ich mich auf den zweiten Teil, Insurgent. 

Naja. 

Im Herbst 2014 kam dann eine weitere YA-Dystopia Adaption in den Kinos - The Maze Runner. Ich sah ihn dann mit einer Freundin im Kino. Und mein G-tt, war der schlecht. Ich glaube das war dann der Punkt, wo das YA Dystopia Genre anfing zu stagnieren. Ich bemerkte an dem Punkt auch wie sehr diese Filme versuchten, die Hunger Games Reihe zu kopieren, jedenfalls im Stil und der Inszenierung. 

Dann kam Insurgent. Und obwohl ich den Film genoss als ich ihn das erste Mal sah, so musste ich dennoch feststellen, wie schwach der im Gegenteil zum Vorgänger war - auch wegen den verschiedenen Regisseuren. Nichts desto trotz gab es hier und da einige Lichtpunkte, wie Kate Winslet, und Naomi Watts, so war er sehr schwach. Und schade das Kate Winslets Rolle dann starb. Zudem las ich dann im Internet, das vieles aus dem Buch geändert worden war - mit dem Segen der Autorin Veronica Roth. 

Später in dem Jahr kam dann der zweite Teil der Maze Runner Reihe in die Kinos, The Scorch Trials. Und der war sogar schlimmer, und die anti-wissenschaftliche Botschaft war da sogar schlimmer als im Vorgänger oder der Divergent Reihe. 

Dann, im selben Jahr hatten wir endlich das Grand Finale der Hunger Games Reihe, und trotz der CGI-Puppe von Philip Seymour Hoffman im Hintergrund war es ein sehr guter Film und ein würdiges Finale der Reihe. 

Im darauffolgenden Jahr sollten wir dann den Anfang des Grand Finales der Divergent-Reihe sehen. Oder, so war es in etwa geplant. Denn, genauso wie der letzte Teil der Harry Potter Reihe, Twilight Reihe und Hunger Games Reihe, wurde das Buch in zwei Teile geteilt. 

Das war ein riesen Fehler. 

Und ich las dann auch dass diese Adaption sehr vom Buch abweichen würde, wieder mit dem Segen der Autorin. 

Naja. Wir waren nicht sehr viele im Kino in Flensburg - am Tag der Premiere! - und der Film war voll mit Klischees, und machte irgendwie auch keinen Sinn. 

Und er floppte dann. 

So sehr, dass der zweite Teil als Kinofilm gecancelled wurde und als TV-Film geplant wurde, woraufhin Shailene Woodley und Theo James vom Projekt ausstiegen. Der TV-Film liegt noch immer im Limbo, und ich bezweifle dass daraus was wird. 

Die Divergent Reihe war tot. Und das ist jetzt 3 Jahre her. 

Letztes Jahr kam dann der dritte Teil der Maze Runner Reihe in die Kinos, und fast niemand bemerkte es. Ich wurde nur durch den Youtube Kanal Cinema Sins darauf aufmerksam, und laut dem Video war der Film furchtbar. 

Letzten Sommer kam dann The Darkest Minds in den Kinos, mit Amandla Stenberg in der Hauptrolle - 6 Jahre nachdem sie durch ihre Nebenrolle im ersten Hunger Games Film berühmt wurde. Der Film war auch eine YA-Dystopia Adaption, und floppte so schnell das er wieder vergessen wurde. 

Peter Jackson bemerkte den Tod des Trends wohl nicht, und im Winter letzten Jahres kam seine Film-Adaption von Mortal Engines in die Kinos, und folgte demselben Schicksal. 

Alles in allen ein sehr faszinierendes Thema der Popkultur der 2010´er Jahre. Ich frage mich was der filmische Trend der 2020´er werden wird.....

Und im Fall von Divergent finde ich es generell faszinierend wie eine Reihe die so versprechend anfing dann so endete, ohne je richtig abgeschlossen zu werden. 

Gedanken beim Housesitting

  Anfangende Dämmerung im Garten  Derzeit bin ich zum ersten Mal seit 4 Jahren bin ich am Housesitten. Ich habe es seit 2022 nicht mehr geta...