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Freitag, 26. Dezember 2025

Mein bisher schönstes Chanukka

Da Chanukka nun jetzt auch vorbei ist, dachte ich, schreibe ich mal über mein bis jetzt schönstes Chanukka. Bis jetzt, jedenfalls. 

Das war das Chanukka 2018 beziehungsweise 5779, und hier muss ich wieder sagen dass 5779 eines der besten Jahre überhaupt war. Es war auch das letzte normale Jahr vor der Pandemie. 

Menora im Rathaus von Kopenhagen

Es fing aber schon am Samstagabend vorher für mich an. Ich bin nach der Havdala über Ballerup nach Vanløse, und von Vanløse aus in die Innenstadt gereist, da ich zu einer Pre-Chanukka Feier im Gemeindehaus sollte. Es war ein sehr schöner Abend. 


Dreidel-Schmuck im Gemeindehaus 

Am nächsten Tag bin ich dann spät am Nachmittag wieder in die Stadt gefahren, und habe dann in der Großen Synagoge den Feiertag eingeleitet, und es dann am darauffolgenden Abend wieder gemacht, da an dem Abend die große von Chabad gehaltene Feier am Rathausplatz stattfinden würde. 

Chanukka am Kopenhagener Rathausplatz 

Innerhalb der Großen Synagoge am zweiten Abend Chanukka - das wohl schönste Foto dass ich je in der Synagoge gemacht habe 

Es war ein sehr, sehr schöner Abend am Rathaus, auch als wir drinnen gegessen haben - dieses Mal nicht im Empfangssaal, sondern da wo normalerweise Treffen stattfinden und so. 

Am nächsten Tag reiste ich nach Lolland, weil wir in derselben Woche nach Berlin reisten. Dass dies das zweite Mal in Berlin zu Chanukka sein würde, war mir noch nicht aufgefallen. 

Chrein - sehr schwer in Dänemark zu finden 

Koscheren Großeinkauf. 

Das erste was wir in Berlin machten war der Einkauf im koscheren Supermarkt in Wilmersdorf. Da kauften wir auch einige Gläser Gefilte Fisch - wenn es billiger ist als in Dänemark ist, muss man halt zugreifen.  

Danach machte ich mir einen schönen Tag, nachdem alle unsere Sachen in der Wohnung abgelegt waren. 

Irgendwann fand ich mich wieder am Brandenburger Tor, wo ich zum ersten Mal seit 2013 wieder die große Menora sah. 

Chanukka 5779 am Brandenburger Tor 

Erst da fiel mir auf, wie sehr sich mein Leben seit Chanukka 2013 zum besseren gewendet hatte, und das ich jetzt ein ganz anders Leben lebte, ein Leben, nachdem ich mich gesehnt habe. Und es war sehr schön daran zu denken, dass ich jetzt als Jude da stand. 

Danach machte ich mich auf zur Oranienburger Straße, um dort bei Hummus & Friends zu essen. 

Israelischer Salat 
Dort war auch eine Menora an. 

Die Schamasch war gerade am ausgehen...

Danach ging ich raus und bewunderte wieder die Neue Synagoge. Ich werde wirklich nie müde, diesen Ort zu fotografieren. 



Am Tag darauf war ich wieder da, weil ich eine Ausstellung im Centrum Judaicum besuchte 


In der U-Bahn Station habe ich da auch wieder die Fotos vom Wiederaufbau bewundert. 








Zurück in der Wohnung habe ich dann die Menorot angezündet. 


Am nächsten Tag war ich dann am Fernsehturm, und war dann wie oben erwähnt in der Neuen Synagoge um im Centrum Judaicum eine Ausstellung zu besuchen. Danach fuhr ich zur Topografie des Terrors um eine Ausstellung über die Kristallnacht zu besuchen, die jedoch irgendwie nichtssagend war. 



Ich habe dann noch an dem Nachmittag die Chanukkakerzen angemacht, und machte mich dann auf zur Synagoge Rykestrasse. 


Das Waschbecken 




Kurz vor dem Kabbalat Schabbat wurde dann am Pult mit Kindern die Menora angezündet, und es klang so schön, als alle mit dem Kindern das Maoz Tzur gesungen haben. Allein dieses Erlebnis machte dies zu einen von den Gründen, weswegen ich dieses Chanukka als mein bestes bis jetzt bezeichne. 

Am nächsten Morgen war ich dann zum Morgengebet wieder in der Rykestrasse, und am Abend nach der Havdala habe ich mich dann auf Geschenkejagd zum Kurfürstendamm gemacht. 








Der Anblick vieler Menorot am Kurfürstendamm machte mich so glücklich. 

Am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Dänemark - aber am Weg zurück hatten wir einen schönen kurzen Stopp in Wismar. 

Ich war bis zu dem Tag noch nie in Wismar  - ich hatte diese Stadt bisher nur von weitem gesehen. 





Wismar hat irgendwie zu mir durchgedrungen; ich weis nicht wirklich, warum. Als ich dann im darauffolgenden Sommer Murnaus Nosferatu (1922) als Teil einer schriftlichen Prüfung sah, konnte ich mehrere Orte Wismars wiedererkennen. 

Nach ein Paar Stunden in Wismar sind wir jedenfalls wieder weiter nach Puttgarden zur Fähre gefahren. 

Wieso bleibt mir gerade dieses Chanukka so sehr in Erinnerung?

Ich glaube es hat was damit zu tun, weil ich da zum ersten Mal nach sehr langer Zeit wieder mit so gut wie allen in mein Leben zufrieden war, und ich mir einige schlechte Angewohnheiten abgewöhnt hatte. Und auch, weil ich anfing, einigen Leuten langsam den Rücken zu kehren, da deren Gesellschaft mir nicht gut tat. 

Mir ging es jedenfalls sehr gut - und es ist auch eines der Gründe, weshalb ich das Jüdische Jahr 5779 so sehr vermisse. Es war einfach alles gut - und das nicht nur, weil es das letzte normale Jahr war, bevor Corona es alles zerstört hat. 

Mir selbst geht es gerade jetzt fiel besser als zu Anfang diesen (gregorianischen) Jahres. Und ich sehe G"tt sei dank ein Licht am Ende des Tunnels. 

Sonntag, 27. Juni 2021

Ein Fastentag

Heute ist es der 17. Tammus, ein Fastentag im Judentum. Es ist immer ein recht komplizierter Tag; aber es ist meistens immer ein Tag zum erinnern. Es ist immer in der Mitte des Sommers, und mit dem Tag fangen die Drei Wochen an, die mit Tischa BeAv enden. 

Es ist eigentlich ein "kleiner Fastentag", das heisst, er ist nicht so wichtig wie das Fasten zu Jom Kippur oder Tischa BeAv, aber dennoch halte ich mich meistens zu diesen Fastentagen. 

Diese kleinen Fastentage fangen vor Sonnenaufgang an (letzte Nacht fing die Fastenzeit um 1:30 Uhr an, da hier im Norden die Sonne um diese Zeit um 4:28 aufgeht - gerade jetzt aber werden die Tage wieder kürzer), während die grossen Fastentage 25 Stunden dauern. 

Ich habe immer wieder Erinnerungen an die vergangenen Tage des 17. Tammus. 

Letztes Jahr war ich zuhause, und ich habe den späten Nachmittag und Abend damit verbracht, einen langen Spaziergang in Vestre Kirkegård und dem Jüdischen Friedhof zu gehen, bevor ich zur kleinen Synagoge ging. 


Eingang zu den Abkürzungen 

Zur Abkürzung

Das Gebäude das in alle Richtungen des Friedhofs führt 

Innerhalb des Gebäudes 

Der Grönländische Friedhof - die Skulptur soll Eis darstellen 

Weitere Skulptur am Grönländischen Friedhof 

Hinterseite 

Himmel über Valby 


Danach ging ich zum Jüdischen Friedhof um einige Gräber zu besuchen, und dann ging ich zu Synagoge. 

Ausnehmen der Torah, Machsike Hadas 

2019 war ich am 17. Tammus in Berlin - an dem Tag habe ich allerdings nur einen halben Tag gefastet, wegen der Hitze. 

An dem Tag ging ich auch einen schönen Spaziergang am Jüdischen Friedhof Weissensee, und danach in der Gegend um dem Berliner Dom, wo ein Flohmarkt. 

Das Grab von Louis Lazarus Lewandowski und seiner Frau Hinde 


Grab geschändeter Torah Rollen 

Ehrenreihe 

Davidsstern Gitter 

Das Grab der Schrifstellerin Angelika Schrobsdorff 

Hinterseite vom Grab Martin Riesenburgers 

Martin Riesenburger, Landesrabbiner der DDR, und seine Frau Klara 









2018 habe ich am 17. Tammus nicht gefastet, da ich an dem Tag nach Berlin reiste - das wäre zu anstrengend gewesen. 

Vesterbro an dem Morgen - in dem Moment war ich auf dem Weg zum Bus nach Berlin 










Weg von Dänemark....




Die Neue Synagoge Oranienburgerstrasse.....




2017 habe ich am 17. Tammus gefastet. Es geschah nichts spezielles, denn an dem Tag war ich den ganzen Tag zuhause und habe nichts besonderes gemacht. 

2016 war ich an dem Tag in Israel, und habe der Hitze wegen nicht gefastet - das war ein Monat vor meinem Beit Din. Ich verbrachte den Tag in Jerusalem - und an dem Tag habe ich zum letzten Mal Jad Vaschem besucht. Ich beendete den Tag in Jerusalem mit einem Besuch an der Kotel.   





Die Aussicht zum Wasserturm in Mevasseret Zion. 






"Tal der Gemeinden" 




Die Gemeinden Ostpreußens 








Der schönste Ort auf Erden 


Naja, was kann ich sagen - ich habe immer Erinnerungen an diesen Tag. 

Es ist auch ein Tag, wo man sehr viel reflektiert, vor allem wegen der Bedeutung des Tages, und der Zukunft. 

Ich gehe heute wieder zum Friedhof. 

Ein Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht, und wie sehr ich unter Fernweh leide

  Ja, dieses Foto aus dem Juli 2014, als meine Eltern und ich in Kopenhagen ankamen auf den Weg nach Israel via Istanbul, stellt für mich je...