Freitag, 14. August 2026

FILMKRITIK: Oldboy (Südkorea 2003) (8/10)

 

Alternative Titel올드보이, Oldeuboi

Regie: Park Chan-wook

Produktion: Lim Seung-young

Drehbuch: Park Chan-wook, Hwang Jo-yun, Lim Jun-hyung nach einem Manga von Garon Tsuchiya und Nobuaki Minegishi 

Musik: Jo Yeong-wook 

Darsteller: Choi Min-sik, Kang Hye-jung, Yoo Ji-tae, Oh Dal-su, Ji Dae-han, Kim Byeong-ok, Yoon Jin-seo, Oh Kwang-rok

Handlung:

Der betrunkene Geschäftsmann Oh Dae-su (Choi Min-sik) wird eines Nachts von der Polizeiwache entführt, und wacht in einer verschlossenen Wohnung auf, in der er 15 Jahre lang fangengehalten wird. In der Zeit ist der Fernseher der einzige Kontakt zur Außenwelt - dort erfährt er vom Mord an seiner Frau, und er gilt als Hauptverdächtiger. Als er dann eines Tages aufwacht, ist er auf dem Dach eines Gebäudes, und will dann herausfinden, wer ihn 15 Jahre seines Lebens gestohlen hat. Hilfe bekommt er von der Sushimeisterin Mi-do (Kang Hye-jung) und seinem alten Freund Joo-hwan (Ji Dae-han). 

Review:

Nummer zwei der Rache-Trilogie von Park Chan-wook, nach Sympathy for Mr Vengeance. Wie ich schon in der Review zum ersten Teil sagte, finde ich, dass der erste Teil der schwächste Teil der Trilogie ist, obwohl die meisten Kritiker mir da widersprechen. Oldboy - und der darauffolgende Sympathy for Lady Vengeance - sind die ein deutlich besseren Filme der Trilogie. 

Ich möchte hier auch sagen, der Film ist wirklich nichts für schwache Nerven. Und ja, ich werde hier nichts spoilern, aber um euch eine Idee zu geben, was für eine Art von Brutalität hier ist, in einer Szene verschlingt Choi Min-sik einen lebenden Tintenfisch. Als Park Chan-wook den Preis er Jury in Cannes für diesen Film, widmete er den Preis den Tintenfischen, die für diesen Film ihr Leben ließen. Wie passend. 

Choi Min-sik spielt hier wohl die Rolle seines Lebens. Man nimmt ihn wirklich ab, dass er in der Wohnung seinen Verstand verliert. Und der Gedanke, 15 Jahre seines Lebens gestohlen zu bekommen, ist wirklich aus einem Alptraum. Die Kamerawinkel in den Szenen sind auch wirklich sehr klaustrophobisch. Kang Hye-jung spielt die Rolle der Mi-do auch sehr gut, und auch mit einer gewissen Tiefe - und gleichzeitig ist ihr Charakter auch sehr geheimnisvoll, da man nicht weis, wie und wo sie eigentlich steht. Yoo Ji-tae spielt die Rolle von Dae-sus Peiniger sehr gut, als diabolischer Sadist mit einem freundlichen Lächeln. Weshalb hat er Dae-su entführt und 15 Jahre eingesperrt? Mehr werde ich jetzt nicht sagen. Ji Dae-han ist gut als Comic Relief, kommt aber ziemlich kurz. 

Und dann ist da auch der sehr schwarze Humor - als Dae-su in Freiheit ist, kommt er an einem Mann vorbei, der Selbstmord begehen will. Mit kleinen Hund. Dae-su erzählt ihn dann seine Geschichte, und dann, als der Mann selbst erzählen will, geht Dae-su einfach weg. Als Dae-su dann das Gebäude verlassen hat, springt der Mann mit dem Hund runter und landet auf ein Auto. Ja. 

Eine andere witzige Szene - jedoch nicht so makaber - ist die, in der Dae-su und Mi-do jedes chinesische Restaurant der Stadt besuchen, um die Teigtaschen zu probieren, um über den Lieferjungen herauszufinden, wo er festgehalten wurde. Ja. 

Und die Kameraarbeit ist topklasse - so ist da eine berühmte Szene, die eine Schlägerei zeigt die in einem langen Take aufgenommen wurde ohne schnitte. 

Und die Farben sind ziemlich matt, meist dunkel und hier und da etwas violettes. Ein Augenschmaus wird erst der dritte Teil. 

Der große Twist am Ende - den ich jedoch nicht verraten möchte - gibt einen sehr viele Fragen auf, und, man fragt sich dann, wer an wem wohl die größte Rache hatte. Und man fragt sich dann: Warum? Und man fragt sich, ob Mitleid möglich ist. 

Letztendlich ist der Rote Faden in der Trilogie, dass Rache meistens nicht die Katharsis gibt, die man sich erhofft. 

Screenshots:































Mittwoch, 12. August 2026

Ich hatte also recht - Richter Alexander Hold kehrt zurück!

Nun denn, letzten März habe ich mich gefragt, weshalb Sat1 auf einmal Folgen von Richter Alexander Hold wiederholt, und dass, obwohl die Sendung seit 2013 nicht mehr produziert wird und seit 2015 nicht mehr auf Sat1 wiederholt wurde (stattdessen liefen Wiederholungen auf Sat1 Gold). 

Ich äußerte die Vermutung, dass Sat1 Die Zuschauer auf ein Comeback vorbereitet, nachdem die sahen, dass das Comeback von Barbara Salesch und Ulrich Wetzel auf RTL so gut funktionierte. 

Naja - ich hatte recht. 

So lernte ich es bereits vor einem Monat auf Youtube, und hier ist ein passender Artikel dazu. 

Hold hatte eine Prostatakrebserkrankung hinter sich, aber inzwischen geht es ihn wieder besser. Und da diese Wiederholungen gut laufen, wollten die was besonderes zum 25 Jubiläum der Sendung machen. 

Ich bin ja mal gespannt wie es sein wird - und ich hoffe dass folgendes gemacht wird, dass das Reboot von Salesch und Wetzel gut gemacht hat: Etwas mehr Self Awareness. Das war etwas, was bei Richter Alexander Hold fehlte - obwohl es in den ersten Staffeln ziemlich ulkig wurde, wie in der Folge mit dem Kerl aus dem fiktiven (!) Land der ein deutsches Mädchen als Frau kaufen wollte. 

(Und ja, an solche Fälle erinnere ich mich immer) 

Und bin mal gespannt ob Benita Brückner, Isabella Schulien und Stephan Lucas dann zurückkehren, wenn man bedenkt, dass die jetzt bei Wetzel sind. 

Und dann frage ich mich dann folgendes - kommt dann Im Namen der Gerechtigkeit dann auch zurück? 

Die Lena als Zeugin beim Hold, 2009

Mittwoch, 5. August 2026

Ein Kinoerlebnis an einem sehr deprimierenden Tag, und wie die Sensation vergessen wurde

 

Ah, ich erinnere mich noch gut an damals, wo dieses Meme 2013-2014 die Runden machte 

Es war ein sehr trauriger Tag, eines der traurigsten an die ich mich erinnere. Es war Februar 2015. Es war der Morgen nach dem Terroranschlag. Ich war wegen den ganzen Horrors des Tages sehr überwältigt. Und ich wollte auf andere Gedanken kommen. 

Aber gehen wir zuerst zurück ins Jahr 2009. Eine junge Britin namens Erika Leonard ist ein Fan der Twilight-Reihe, die zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihres Craze ist. Eine Tages beginnt sie, eine Fanfiction zu Twilight zu schreiben, wie viele andere damals auch. Das Werk hieß Master of the Universe, und es spielte in einem alternativen Universum in der Bella Swan und Edward Cullen eine BDSM-induzierte Romanze haben. Die Fanfic wird schnell populär - und irgendwann wurde ein kleiner australischer Verlag darauf aufmerksam, und kontaktieren Erika. Sie ändert daraufhin die Namen, Orte, und korrigiert einige Kleinigkeiten. 2011 ist es dann so weit, und es wird als "Fifty Shades of Grey" veröffentlicht. Erika Leonard benutzt fortan das Pseudonym E. L. James. Im Laufe des Jahres und Anfang 2012 verbreitet sich das Buch über Mundpropaganda und diversen Blogs, und Kindle und andere E-Books verbreiten es dann schnell - auch weil es so weniger peinlich zum lesen ist, in der Öffentlichkeit. 

2012 erwerben Vintage Books die Rechte, und es kommt in eine noch breitere Öffentlichkeit, und wird in viele Sprachen veröffentlicht. Daraufhin kommt die Debatte, ob es sich um richtige Literatur handelt, oder um Schund oder Porno - und die BDSM-Szene distanziert sich gezielt von dem Werk, da das, was im Roman dargestellt wird, so gut wie nichts mit richtigen BDSM zu tun hat. Es kommen daraufhin Parodien im Fernsehen, diverse Artikel in Zeitschriften und Websites, und so gut wie jeder redete darüber. 

Dank einem Artikel im Stern im Sommer 2012 erfuhr ich, dass es sich um eine Twilight Fanfiction handelt. Das konnte ich nicht vergessen - und viele im Gymnasium wollten es nicht glauben. 

Irgendwann wurde natürlich auch von einer Verfilmung geredet. 

Im Sommer 2013 versuchte ich dann selbst, den ersten Teil der Reihe zu lesen. Ich gab nach wenigen Kapiteln auf. 

Zur selben Zeit tauchte auch zum ersten Mal das oben reingestellte Meme auf. 

Aber zurück zum Februar 2015. 

Ich saß also im Kino. Es war sogar der Tag der Premiere in Dänemark. Es waren nicht viele im Kino. Aber es waren einige Stück  - und da es die Premiere war, war es sogar im größten Sal des alten, prächtigen Kinos bei Vesterport. Und gerade deswegen bemerkte man, wie leer es eigentlich war. 

Der Film fing an. Wir treffen also dann Anastasia Steele, gespielt von Tipi Hedrens Enkelin und Tochter Melanie Griffiths, Dakota Johnson. Die Kamera liebt sie. Dann hat sie ihr erstes Treffen mit dem berüchtigten Christian Grey, gespielt von Jamie Dornan. Der Dialog zwischen ihnen beginnt. Ich fange an zu lachen, muss mich aber zusammenreisen. Das Schauspiel und die Dialoge - vor allem die Dialoge - waren grauenhaft. Und nein - Dakota Johnson und Jamie Dornan hatten wirklich keine Chemie. Da man kann über die Twilight-Filme sagen was man will, aber Kristen Stewart und Robert Pattinson hatten wenigstens Chemie. 

Der Film geht weiter. Wir kommen zur ersten Sexszene. Ziemlich langweilig, und dann auch noch diese wirklich prätentiöse Musik. Irgendwann treffen wir Christians Eltern. Die Mutter wird von Marcia Gay Harden gespielt, die ich bis dahin nur aus Law & Order: Special Victims Unit kenne. Ach ja, und die Schwester wird von der Sängerin Rita Ora gespielt. Ihr Schauspiel ist genauso langweilig wie ihre Gesangskünste, aber das woran ich in dem Moment am meisten dachte war die Tatsache, wie sehr sie gestylt war wie Ashley Greene als Alice in den Twilight Filmen. 

Nun denn, irgendwann kam das Ende. Christian Grey ist ein eifersüchtiger Psycho, und am Ende verlangt Anastasia, dass er sie mit der Peitsche bestrafen sollte. Macht er dann auch. Sie verlässt ihn, und der Film ist zu ende. Und sobald der Film vorbei war, haben alle im Kinosaal gelacht. 

Ja, das war der Film auf dem alle so sehr gewartet haben. 

In der Zeit danach kam dann in den Nachrichten, dass eine Frau im Kino irgendwo beim masturbieren ertappt wurde. Igitt. 

Aber der Punkt ist der, dass der Film ziemlich schlecht ist, und auch sehr zahm. Ich bezweifle, dass die Macher Filme wie La Bête oder A Woman Called Abe Sada gesehen haben. 

In der Zeit danach bemerkten viele, wie unangenehm Dakota Johnson und Jamie Dornan wirkten, wenn sie Interviews zum Film gaben. 

Trotz allen wurde der Film ein Hit. Die Kritiken waren jedenfalls entweder gemischt oder negativ. 

Dann kam das Frühjahr 2017. 

Der zweite Film war irgendwie schlechter als der erste. Und mit noch schlechteren Dialogen. Ach ja, und ein sehr schlecht gespielter Gastauftritt von Kim Basinger. 

Die Kritiken waren vernichtend, dennoch finanziell erfolgreich. Aber man bemerkte zu diesen Zeitpunkt schon, dass der Reiz von 2012-2015 schon deutlich nachgelassen hatte. 

2018 kam dann der letzte Teil raus. Der Film war eindeutig der schlimmste der Trilogie, da im Film so gut wie kein Plot vorhanden ist, das einzige was man sagen kann ist dass Anastasia und Christian heiraten und dass Anastasia eine richtige versnobte Zicke geworden ist, und dass die meisten Szenen nur die beiden im Reichtum zeigen. Und dann war da ein ziemlich blödes Lied von Rita Ora. 

The End. 

Ich kann mir vorstellen, dass Dakota Johnson und Jamie Dornan froh waren, als das ganze vorbei war. 

Aber jetzt zum Nachtrag:

Heute ist die Fifty Shades-Reihe nun mehr oder weniger vergessen worden. Klar, Leute wissen worum es geht, und in Antiquariaten und anderen Second Hand-Läden sieht man oft ganze Haufen von den Büchern, zusammen mit dem Da Vinci Code. Mehreres darüber hier

Gesehen in Kalundborg, Herbst 2025

Ich finde es einfach wirklich faszinierend, wie etwas, was vor einen Jahrzehnt her noch so überall war, jetzt entweder vergessen ist, oder Leute versuchen es zu vergessen. 

Interessant ist auch folgendes:

2012-2014 waren da sehr viele Fifty Shades-Klone auf dem Buchmarkt, die heute allesamt vergessen sind. 

Soll heißen, bis auf einen - 365 Tage von Blanka Lipinska, der 2020 verfilmt wurde und durch Netflix populär wurde. Wobei man hier aber bedenken muss, dass der Roman 2018 geschrieben wurde, also all die große Fifty Shades Mania schon lange vorbei war. 

Ich frage mich, was der nächste große literarisch-inspirierte Craze ist. Jetzt hatten wir ja den Twilight Craze 2008-2010, den durch den Hunger Games-Filmen inspirierte YA Dystopia Boom 2012-2016, und die gleichzeitige Fifty Shades-Mania. 

"Booktok" scheint nicht vieles herzugeben, außerhalb der Bubble. 

Ich bin ja gespannt. 

Und ja, ich frage mich auch, wie eine Fifty Shades Verfilmung mit Miranda Cosgrove und Nicolas Cage sein würde. 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Meine Gedanken zum Anschlag am CSD in Berlin

 

Quelle: Bild 

Es geschah schon um 22 Uhr Samstagabend, da war der Schabbat noch nicht vorbei. Der endete erst um 22:50. Ich habe daher an dem Abend überhaupt nichts mitbekommen von dem Grauen, was in Berlin geschah. 

Erst am nächsten Morgen las ich von der schrecklichen Tat. Ein Terroranschlag am CSD. 

CSD steht für Christopher Street Day, benannt nach der Straße in New York, wo die Schwulenbar Stonewall In lag, wo die berühmten Stonewall Riots passierten. An dem Tag in Berlin feiern Schwule, Lesben, Transsexuelle und sogenannte Allies die Vielfalt. 

Und dass passte den 21-jährigen Abdul B. nicht, der dann um 22 Uhr in die Menschenmenge fuhr, und dann in einem Baum reinfuhr und dann verschwand. 

Eine Frau starb, und 31 weitere wurden schwer verletzt. 

Später am Sonntag wurde Abdul B. letztendlich von der Polizei erschossen. 

Ich werde diesen Abschaum nicht nachtrauern. 

Das, was mich wirklich gruselt, ist die Tatsache, dass Abdul B. den Behörden bekannt war, und trotzdem nicht viel gemacht wurde - meiner Meinung nach, jedenfalls. So war er als "gefährdet" eingestuft, hatte schon einen anderen Anschlag geplant, versuchte über den Libanon sich den IS in Syrien anzuschließen, nur um dann nach Deutschland ausgeliefert zu werden um an einen "Deradikalisierungskurs" teilzunehmen. Den hätte er letzten Montag anfangen sollen, aber hatte ja dann am Samstag den Anschlag verübt. Wieso war er auf freien Fuß? 

Ich verstehe es einfach nicht. 

Aber reden wir jetzt über das, was in den Tagen nach dem Anschlag folgte. 

So sagt bei einer Kundgebung einer mir unbekannten Sängerin, sie hätte sich gewünscht, der Täter sei ein "weißer, christlicher Mann", die Veranstalter wollen nicht auf den Täter eingehen, und viele andere Medien und Prominente reden wieder nur primär über "die Gefahr von Rechts". Ja, Rechtsextremismus muss bekämpft werden, aber der Elefant im Raume ist nicht der Rechtsextremismus. 

Und natürlich wurde Abdul B. nach der Tat von der Salafistenszene gefeiert. Natürlich haben Gestallten wie Hanna Hansen suggeriert, es sei ein Inside Job. 

Ich finde das alles sowas von widerlich! 

Und dann auch noch die woke Queere Szene die entweder schweigt oder sagt, "man darf jetzt nicht Islamophobisch werden!" 

Ich selbst habe beim Beschreiben des CSD bewusst nicht das Wort "Queer" benutzt, da dies ein tief ideologischer Begriff geworden ist, der aus ein Schimpfwort für Schwule in den letzten 20 Jahren zu einem "reclaimed" Begriff wurde, aber inzwischen ein Ausdruck für heterosexuelle Leute geworden ist, die sich "Queer" nennen, um sich interessanter zu machen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Dies ist auch inklusive den "TransTrenders", die seit 2016 den Begriff "Trans" genommen haben und seitdem alles mit "Trans" zu tun haben muss. Ich benutze noch immer den jetzt angeblich "altmodischen" Begriff "Transsexuelle", um Leute zu beschreiben die tatsächlich im falschen Körper geboren sind und sich einer Geschlechtsangleichung durchzogen haben und einfach nur ihr Leben leben wollen ohne andere zu belästigen. 

Hätte man mir vor 12 Jahren gesagt, dass es in der Zukunft zu mehreren Pride-Veranstaltungen kommen würde wo man mit Flaggen der Hamas oder des Mullahregimes rum wehen würde und wo über "Pinkwashing" gehetzt wird, hätte ich es nur schwer geglaubt. So kannte ich damals schon den Ausdruck Pinkwashing, aber im Laufe der Jahre wurde es schlimmer. Erst nach 2016, dann wieder nach dem 7/10. 

Ich verstehe die Welt nicht mehr. 

Aber gerade diese woken "Queeren", die die meisten dieser Veranstaltungen zum CSD macht etc, wollen den Elefanten im Raum nicht benennen und wollen der Realität nicht ins Auge sehen, da es einfach nicht in ihr Weltbild passt. 

Reden wir mal kurz über die Frau, die während des Anschlags getötet wurde. Sie war für den CSD mit ihrer Tochter aus Warschau angereist. Es hätte ein schöner Abend sein können mit ihrer Tochter. Stattdessen wurde sie an dem Abend aus dem Leben gerissen. 

Möge sie in Frieden ruhen. 

Dienstag, 21. Juli 2026

13 Jahre seit einer schönen Reise nach Berlin

 

Die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße 

Heute ist es 13 Jahre her, dass ich auf eine Reise nach Berlin aufbrach, die bei mir einen sehr grossen Eindruck hinterließ. 

Und irgendwie ist das OMD Lied "So in Love" aus dem Jahre 1985 wohl DAS Lied, dass ich mit der Woche in Berlin. Wohl auch weil ich es einige Tage vor der Reise erst entdeckte. 

Der Tag vor der Abreise war ein ruhiger Samstag, wo auf RTL 2 ein Marathon der Eis am Stiel Filme lief, und ich verbrachte den Tag mit packen und Lieder runter zu laden. Und es war ein sehr, sehr heißer Tag. 

Am nächsten Tag ging es dann wieder früh hoch, und meine Eltern fuhren mich nach Nykøbing, wo der Bus einer tschechischen Buslinie wartete. Es war an dem Tag etwas regnerisch. 

In Berlin angekommen, war es mit dem Regen G"tt sei dank schon vorbei. 

Nach dem Check in ging ich dann etwas spazieren nach Alexa, wo es - weil es Sonntag war - ziemlich leer war. Aber die Fressmeile war geöffnet (oder besser gesagt, einige der Buden waren auf), und ich holte mir Nachos und Eistee bei dem Mexikaner, der damals bei der Fressmeile war. 

Es wirkte ziemlich hypnotisch im leeren Alexa

Irgendwie berauschend 

Die Nachos bei der Fressmeile 

Danach ging ich zurück zum Hotel und hatte ein kleines Nickerchen, wonach ich mich dann auf dem Weg zur Oranienburger Straße machte und dort indisch gegessen habe. Auf dem Weg raus aus dem Restaurant hat mich dann zum ersten Mal in meinem Leben eine Prostituierte angesprochen. Ich sagte nein. 

Danach ging ich durch die Gegend um Unter den Linden - und habe da zum ersten Mal in meinem Leben den Berliner Dom so richtig wahrgenommen. Es dämmerte, und es war sehr berauschend da zu gehen. 





In den darauffolgenden Tagen habe ich dann die Stadt so richtig genossen. 

Aber so gerade der Tag, der am meisten bei mir in Erinnerung blieb, war der Tag, als ich im Theater des Westens eine der letzten Vorstellungen von "Tanz der Vampire" sah. Es kostete zwar 57 Euro, aber Mann, was war es das Wert! 

Im Theater des Westens 

In den Tagen war ich auf hier und da im Internet Café, da es einige Tage gab, wo das Wifi im Hotel nicht wirklich funktionierte - und mein G"tt was waren da viele Israelis! 

Die Zahl der Israelis in Berlin ist aber seitdem ziemlich gefallen. 

Zudem war da ein Tag, wo ich ein Vorstellungsgespräch im dffb, der Filmschule am Sony Center, wo es darum ging, was die von Studenten wollen, was man studieren kann etc. Wie ihr wisst, kam es nie zum Studium dort. Aber das kann sich ja ändern. 

Ein anderes Ereignis passierte ebenso in der Woche. 

Und zwar der Abend, als ich zum ersten Mal in meinem Leben äthiopisch gegessen habe. Es war ein Restaurant irgendwo in Kreuzberg, wenn ich mich recht erinnere. Ich bestellte das Gericht Doro Wott, und es schmeckte wirklich köstlich. Und die Kellnerin sah auch nicht schlecht aus. 

Doro Wott und Injera 

Ein Monat später kam ich dann zum ersten Mal nach Israel, und dort wurde ich dann wirklich süchtig nach äthiopischen Essen. 

Wobei ich dieses Restaurant in Kreuzberg dann zwei Jahre später wieder besuchte - es schmeckte gut, aber beim Äthiopier in Tel Aviv oder in Kopenhagen schmeckte es eindeutig besser. 

Die Woche in Berlin war eine sehr schöne Woche - und war das Highlight des Sommers 2013, direkt nach dem Abitur. 

In der Woche realisierte ich auch, dass ich eine Großstadt Person bin, und auch langsam die Tatsache, dass ich mich nur beim reisen lebendig fühle. Diese Realisation bemerkte ich dann erst einige Monate später auf dem Weg zurück aus Israel. 

Einige Wochen nach der Rückkehr reiste ich dann nach Israel, zu dem Kibbutztrip, der dann platzte. 

Es war sehr schön. Damals wollte ich auch in Berlin leben. Die Meinung änderte sich dann später im selben Jahr

Aber vergessen werde ich nie, wie ich mit der S-Bahn fuhr und auf dem iPod "So in Love" von OMD hörte. 

Zwei Jahre später war ich wieder in Berlin für eine Woche, in den ersten Sommerferien auf der Uni - und die Woche war zwar schön, blieb aber hinter meinen Erwartungen. 

Dennoch würde ich gerne eines einen längeren Aufenthalt in Berlin, oder einer anderen deutschen Stadt machen. 

Und wegen das mit der dffb - ich bin inzwischen angefangen, an mein erstes Drehbuch zu arbeiten. 

Ich hoffe jedenfalls, dass ich sehr bald wieder mehrere solche Reisen machen kann. 

Sonntag, 28. Juni 2026

Hitzewelle 2026

 

Graffiti einer Cobra, gesehen an der Grenze zwischen Bispebjerg und Ryparken 

Ja, wir sind in mitten einer Hitzewelle wie schon lange nicht mehr. Ich habe jetzt gerade zum ersten Mal seit langer Zeit die Fenster sowohl in der Stube als auch in der Küche offen, für einen angenehmen Durchzug. 

Am Freitag hatte ich einen sehr langen Spaziergang in der Hitze, in dem ich einen langen Umweg zum koscheren Laden bei Ryparken nahm, und danach einen Spaziergang durch Østerbro. Ich musste an dem Tag zum koscheren Laden, nicht nur weil ich koscheren Wein für Kiddusch brauchte, sondern auch weil ich eine Jahrzeitkerze brauchte, da am Abend mit dem Einbruch des Schabbat auch die fünfzehnte Jahrzeit meiner Oma war. 

Komisch dass es jetzt 15 Jahre her sind, seit sie von uns gegangen ist - aber sie lebt in unserer Erinnerung weiter. Ihr Tod war jedenfalls wirklich auch das, was das Jahr 2011 als eines der schlimmsten Jahre meines Lebens markiert. 

Aber diese Hitze jetzt ist wirklich auf einen ganz anderen Level. Ich dachte ja zum Beispiel, dass die Hitze am Freitag während meines Spaziergangs schon zu viel war - aber falsch gedacht! 

Østerbro in der Hitze 

Gestern war ich, als ich Morgens in der kleinen Synagoge ankam, war ich schon total durchgeschwitzt, und es war G"tt sei dank ein Ventilator an in der Synagoge. Aber meine Güte, was war ich nass. 

Nach dem Kiddusch war ich bei einer Familie eingeladen, bei der ich oft zu Gast bin. Der Weg nachhause war jedenfalls auch sehr heiß, aber nicht so sehr wie am morgen - die Tatsache, dass es da schon bewölkt war, half wohl. Aber sobald ich wieder zuhause war, musste ich mich umziehen, und ich habe eine Flasche Nestea runtergetrunken. 

Die Hitze der letzten Tage hat sich dann einige Stunden später dann die Konsequenz gezogen, als es dann mehr und mehr bewölkt wurde und es nach Sonnenuntergang anfing zu donnern. Ich saß nach der Havdala am Fenster und habe das Schauspiel fasziniert beobachtet. 
In Østerbro, dicht dran bei Triangeln 

Die Hitze soll die nächsten Tage noch bleiben. Naja, man kann dagegen nicht so vieles machen statt auf sich selbst aufzupassen und viel zu trinken. 

Ich werde jedenfalls irgendwann die nächsten Tage irgendwo hin fliehen. Darauf freue ich mich schon. 

Mittwoch, 29. April 2026

DSDS 2026 ist da - und der Menowin auch...warum auch immer...

 

Die Jury - diesmal ein Trio - 2026: Dieter Bohlen, Isi Glück und Bushido

Naja. So kam diese Staffel zwar im Frühjahr, aber erst im April - das ist schon seltsam. 

Ich bevorzuge es ja, dass die im Januar startet, so wie man es vor 2024 gewohnt ist - aber naja. 

Das, was diese Staffel hier mit der eh schon bizarren 2024 Staffel gemeinsam hat, ist die Tatsache, dass die sehr, sehr billig produziert und gekürzt ist. So waren die Castingfolgen - von denen ich die meisten verpasst habe - sehr schnell vorbei, und Recall im Europapark (!) war auch in zwei Folgen fertig. 

Ich muss jetzt allerdings zuerst mal den Elefant im Raum ansprechen. 

Bushido. 

Ich habe bereits letztes Jahr im Dezember meine Bedenken geäußert. Allerdings muss ich sagen, dass er....als Juror ziemlich gut ist. Das ist wirklich sehr überraschend. 

Allerdings immer noch seltsam, angesichts der gesamten Situation um Pietro Lombardi und der Vorgeschichte mit Kay One. 

Aber naja, gehen wir nun zu einem weiteren Elefanten im Raum. 

Menowin Fröhlich. 

Ja, der zweite Platz aus der Staffel 2010 ist wieder da - das letzte Mal wo man ihn in Zusammenhang mit dieser Sendung sah, war 2014 als er bei einen der Liveshows (oder "Live Challenges", wie es da plötzlich hieß, nachdem es die Jahre zuvor Motto Shows hieß) einen Gastauftritt hatte und dort seine damals aktuelle Single promotete, an die sich kein Schwein mehr erinnert. (Ich selbst wurde erst an diesen Auftritt erinnert, nachdem ich gestern Abend während der Werbung Darkviktorys Kommentar und Parodie auf die damaligen Live Challenges wiedergab) 

Aber was ist passiert?

Sieht ihr, bei der letzten Castingfolge sah man zuerst, wie Menowins älteste Tochter (17) auftauchte, um ein Lied von Marianne Rosenberg zu singen, und ihr Vater begleitete sie. Sie bekam von der Jury ein nein, aber dann fragte Dieter, ob Menowin selbst nicht ein Lied singen würde - natürlich voll spontan! Er wird dann überredet weiter zu kommen. 

Das ganze wirkte so gestellt und gescriptet dass es weh tat. 

Meine Theorie ist, dass Dieter Bohlen Mitleid mit seinem alten Schützling hat, und ihn hiermit ein Comeback schenken will. Sagen wir, Menowin würde nun von sich aus ein neues Album rausgeben - trotz Bohlen Produktion - würde sich kein Schwein dafür interessieren, und deswegen wird er jetzt wieder, 16 Jahre nach seinem zweiten Platz im DSDS Finale 2010, durch den DSDS-Wolf gezogen. 

Das letzte woran ich mich mit dem Menowin erinnere, war als Ende 2022-Anfang 2021 "Menowin - Mein Dämon und ich" bei RTL lief. Ich fand diese Sendung ziemlich dämlich, und das nicht nur wegen seinen andauernden Selbstmitleid. 

Aber jetzt ist er wieder da. 

Und wir wissen es jetzt schon - selbst wenn er jetzt diese Staffel nicht gewinnen würde, so wird er demnächst wieder sehr oft in Reality Shows zu sehen sein. 

Aber wenn das jetzt schon gesagt ist...Ich finde es schon interessant, wie die meisten der Finalisten gestern sich über die Lieder beschwert haben, die ihnen gegeben wurden - und deswegen oft ziemlich Lackluster performt haben - aber Menowin bekam rein zufällig ein Lied seiner Lieblingssängerin Etta James. Interessant. 

Und wenn das gesagt ist - ich sehe jetzt schon so einige unter den Finalisten die bestimmt nächstes Jahr schon im Dschungelcamp sitzen werden. 

Die größte Überraschung ist jedoch diese - dass Melisa Omeragic nicht zurückgekehrt ist! 

Verpormen oder nicht verpormen, das ist hier die Frage! 

FILMKRITIK: Oldboy (Südkorea 2003) (8/10)

  Alternative Titel :  올드보이 , Oldeuboi Regie: Park Chan-wook Produktion: Lim Seung-young Drehbuch: Park Chan-wook, Hwang Jo-yun, Lim Jun-hyu...