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Dienstag, 17. Februar 2026

Erinnerungen an Albertslund

 

Unter einen Baum in Morbærhaven, am letzten Aprilabend 2015

Ich wohnte, wie ihr wisst, sechs Jahre lang in einer Studentensiedlung in der Kopenhagener Vorstadt Albertslund, genannt Morbærhaven. Ich war da zum ersten Mal Anfang August 2014, mit meinen Eltern, damit wir meine Wohnung besichtigen konnten. Einige Wochen später war ich dann umgezogen. 

Aber hier kommt der Twist: Morbærhaven, und Albertslund an sich, habe ich jedoch erst so richtig im Spätfrühling und Frühsommer 2015 kennengelernt. 

Dämmerung über Morbærhaven, zwei Tage vor meiner semi-spontanen Reise nach Flensburg im Juni 2015 

Ich hatte die ersten Wochen nach dem Umzug mehr zu tun um Kopenhagen an sich zu erforschen - wenn man jetzt einfach mit der S-Bahn in die Kopenhagener Innenstadt fahren kann, muss man das erforschen. Dann war ich für ein verlängertes Wochenende in Hamburg mit meinen Eltern wegen einer Hochzeit, und dann war da die Introwoche am Campus. Und dann fing das Semester an, und ich musste dann bis zum Frühling 2015 so meinen Rhythmus im Alltag finden. 

Erst so die letzten Wochen bevor die Leseferien an sich so richtig anfingen, so Mitte April 2015, hatte ich erst richtig Zeit für anderes, und erforschte dann Morbærhaven und die Umgebung. Und ich hatte dann erstmals lange Spaziergänge zum Park Herstedhøje, wo ein großer künstlich angelegter Hügel ist.

Das erste Mal wo ich jedoch einen längeren Spaziergang in der Richtung machte war jedoch schon Anfang März, die zwei Wochen vor der Klassenfahrt nach Israel mit der Uni. Das war allerdings eher die Ausnahme - auch weil es in der Woche etwas wärmer geworden war, bevor der Frühling dann wieder kühler wurde (sehr passend zum Tod meiner Großmutter).  

Beim ersten längeren Spaziergang im März 2015 




Der Wald wo diese Spaziergänge immer anfingen war Vestskoven, der "West Wald". Der Wald ist auch künstlich angelegt, das merkt man auch daran, dass er ziemlich dünn ist. 

Als ich mit diesen ersten Spaziergang im März fertig war, bin ich dann spontan nach Næstved gereist um Sushi zu essen, auch weil der Tag noch jung war - und weil das Wetter wirklich gut war. 

Aber wie gesagt, dieser Tag war eher eine Ausnahme, und erst ab Mitte April hatte ich mehr Zeit und Energie für die Art von Spaziergängen, wo ich dann vieles endlich mit anderen Augen sah. 

Während der letzten Dämmerung im April 2015 

Der Horizont schreit nur so "Fernweh". 




In der Innenstadt von Albertslund war ich auch einige Male - hauptsächlich zum einkaufen. Jetzt begann ich jedoch da auch dort längere Spaziergänge zu gehen. 

Und ich entdeckte auch andere Wege um in und aus der Innenstadt von Kopenhagen zu kommen - während der Leseferien entdeckte ich den Bus 9A, der nach Glostrup, einer anderen Kopenhagener Vorstadt, fuhr. Die Route war - vor allem im Sommer - sehr gemütlich. Wenn ich den Bus bei Vesterport nahm, fuhr er durch Vesterbro, Frederiksberg, Vanløse und Rødovre, bevor er endlich in Glostrup ankam. In Glostrup nahm ich dann den Bus 141 oder 149 nach Morbærhaven. Das war mal was anderes als ständig nur die S-Bahn zu nehmen. 

Mein erstes Mal beim Bach in der Innenstadt von Albertslund. Am 1. Mai 2015 - direkt nachdem ich mein Fuß verstaucht hatte. 

Aber wie gesagt, ich brauchte wirklich etwas Zeit um mir endlich Zeit zu nehmen Albertslund an sich kennenzulernen. Ich glaube aber auch dass die Trauer um den Tod meiner Großmutter auch was damit zu tun hatte - irgendwann konnte ich nicht mehr nur in der Wohnung rumschmoren und ich musste was anderes sehen ohne all zu weit weg zu sein. 

Und wieder muss ich sagen, dass die Tatsache, dass ich Albertslund erst ein Jahr später kennenlernen konnte, mir erst vor kurzen aufgefallen ist. Auch weil es auch eine Weile dauerte, bis ich Bispebjerg kennenlernen konnte - ich zog im Oktober 2020 um, und lernte die erst im April 2021 richtig kennen. 

Darüber schreibe ich aber ein anderes Mal. 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Zwei verschiedene Tage, zwei verschiedene Leben - mehr oder weniger

 

Der Ausblick von der Brücke am Bahnhof in Næstved, Februar 2014 

Ich habe schon einmal - und danach mehrfach angedeutet - wie sehr ein Tag wo ich eine Tagesreise nach Næstved unternahm mir sehr viel bedeutete, aber auch mein erstes Purim im Jahr darauf. 

Mir ist erst vor kurzen aufgefallen, wie diese beiden Tage miteinander verbunden sind, trotz der Umstände. 

Im Februar 2014 wohnte ich noch bei meinen Eltern auf Lolland. Ich sehnte mich so sehr nach einem Neuanfang, nicht um weg zu kommen, und auch nicht nur wegen des Studiums - auch weil ich endlich den Gijur anfangen wollte. An dem Morgen waren meine Eltern schon vor Sonnenaufgang aufgebrochen, auf in den Urlaub in die Türkei. 

Chang übergab sich an dem Morgen. Ich machte es wieder sauber. 

Ich hatte schon seit mehreren Tagen diesen Tagestrip nach Næstved geplant. Ich hatte seit dem geplatzten Kibbuz Trip nach Israel gemerkt, dass ich mich nur beim Reisen am Leben fühle. Und somit waren diese Tagestrips nach Næstved in der Zeit so das einzige, was einer richtigen Reise nachkam, wo ich mich wenigstens so fühlte, als sei ich unterwegs. 

"Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer", von Alex Capus. Im vorherigen Herbst am Flughafen in Wien gekauft, las ich in im Zug nach Næstved. Allerdings wurde ich erst fertig mit ihn im Frühling 2016. 
Nachdem die tägliche Wiederholung von Richterin Barbara Salesch fertig war, packte ich meinen Rucksack, und fuhr mit der Mofa zum Bahnhof in Nykøbing Falster. 

Im Zug angekommen, machte ich es mir bequem, und las in "Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer", von Alex Capus. Ich konnte dann aufatmen. 

Ich genoss die Aussicht auf die wechselnde Landschaft - wo mein Favorit die Brücke nach Vordingborg ist.  

In Næstved angekommen kam ich wie gewöhnlich zuerst auf die Brücke, wo ich die Aussicht gen Norden genoss. Ich schaute auch auf das Krankenhaus in Næstved, worüber ich vor kurzen schrieb (ein anderer Tagestrip zwei Monate später in dem Jahr). 

Ich kaufte dann drei Bücher im Buchladen am Axeltorv, den es heute nicht mehr gibt, und dann ging ich runter zum Susåen Park am Bach, den ich zum Wald folgte. 

Damals war dieser Campus eine lokale Universitet - jetzt ist sie ein Kommunengebäude 

Ich weis noch immer nicht, was auf der kleinen Insel im Bach mal war 

Das hier macht mich irgendwie glücklich

Auch das 

Als ich im Wald ankam, setzte ich mich nach einer Weile auf einen Baumstamm. Und da fiel mir dann wirklich auf, dass diese Zeit auf Lolland nun wirklich bald vorbei ist und es sich jetzt nur um Monate handelte. Und ich dachte da zum ersten Mal ganz lebhaft daran, wie ich in Kopenhagen leben würde. Wie ich in die Synagoge gehen würde, zu Events oder anderes im Jüdischen Gemeindehaus gehen, wie mein Campus der Universität aussehen würde - ich hatte zu diesen Zeitpunkt nämlich wirklich absolut keine Ahnung, wie es aussehen würde. Das würde ich erst im Spätsommer sehen, ein Paar Wochen vor meinem Umzug. 

Als die Zeit kam, machte ich mich dann auf dem Weg zum Chinesischen Restaurant am Susåen, wo ich das Sushi da sehr genoss. 

Und danach machte ich mich dann auf den Weg zum Bahnhof, und als ich am Abend dann zuhause war, schaute ich dann Türkisch für Anfänger - letztendlich ein ziemlich vergesslicher Film. 

Am nächsten Tag machte ich mich dann Abends auf den Weg nach Nykøbing, weil ich da eine lokale Vorstellung des Broadway Musicals Rent sah - ein Freund von mir spielte mit. Das war...nicht sehr gut. Aber ein Abend an dem ich gerne zurückdenke. 

Vignette vom darauffolgenden Abend in Nykøbing 

Und nun ein Jahr später. 

Blumen vor der Großen Synagoge in Kopenhagen, ein Monat nach dem Terroranschlag 

März 2015. Ich war seit dem vorherigen Spätsommer wirklich in Gange mit dem Gijur-Prozess, und freute mich nun auf mein erstes Purim. Jetzt hatte ich ja schon die Hohen Feiertage und Chanukka erlebt, und jetzt freute ich mich auf Purim - das Buch Esther fand ich bis dahin auch schon immer sehr faszinierend. Aber jetzt sah ich es mit anderen Augen - auch nachdem ich im Unterricht im Gemeindehaus gelernt hatte, dass es das älteste Zeugnis des Wort "Jude" ist, dass dort zu finden ist. 

In der Zwischenzeit war ich auch in der Kunst des Fastens mehr oder weniger beherrscht. Ich hatte bereits zu Jom Kippur 2013 in Tel Aviv gefastet (ohne in der Synagoge zu sein), dann nach dem Umzug nach Kopenhagen 2014 zu Zom Gedalja und zu Jom Kippur wieder - und nun war das Taanit Esther, das Fasten der Esther, dran. 

Um die Zeit totzuschlagen, ging ich ins Nationalmuseum. Das war damals gratis. 

Antiker Kopf im Nationalmuseum 

Ich hatte seit meinem Umzug nach Kopenhagen schon mehrere Spaziergänge dort gehabt - allerdings war dieses einer der, an denen ich mich am meisten Erinnere, auch weil es am Vorabend von Purim war. Ich kam dann kurz vor Schließung raus, und machte mich auf dem Weg zur Synagoge, wo ich auch das Antiquariat bei Strøget besuchte, auf dem Weg dahin. 

In der Synagoge bei der Vorlesung des Buch Esther, März 2015 

Und es war ein Rausch, als das Buch Esther vorgelesen wurde. Und der Lärm, wenn Hamans Name genannt wurde. Ein Erlebnis an das ich mich immer erinnern werde. 

Nun denn. Am nächsten Tag machte ich mich auf dem Weg nach Ryparken, wo die Jüdische Schule, Carolineskolen, sich damals befand. Es war mein erstes Mal dort. Und ich trug die echten bayrischen Lederhosen, die ich extra für den Zweck online bestellt hatte. 

In der alten Sporthalle der Carolineskolen wurde die Feier gehalten. 

Es war ein sehr schöner Tag. Ich saß bei einem Tisch mit Freunden aus der Gemeinde, und es war einfach so unbeschreiblich gemütlich. Es wurde auch das Buch Esther vorgelesen. Natürlich mit viel Krach jedes Mal wo Hamans Name genannt wurde. 

Und dann...war es vorbei. Und somit spürte ich zum ersten Mal diese Melancholie, die nach jeder Purimfeier kommt. 

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Abend, als ich bei der S-Bahn Station Ryparken wartete, und das ganze verarbeitete. An dem Tag sah ich auch zum ersten Mal die Silhouette von Grundtvig Kirke, die große Kirche in Bispebjerg - damals dachte ich, es sei ein Mormonentempel. 

Und ein ein halb Wochen später verstarb dann meine Großmutter. 

Und jetzt fragt ihr euch sicher, was haben die zwei Tage mit einander zu tun?

Man muss bedenken, dass da zwischen den beiden Tagen ein Jahr liegt. 

Ein Jahr, und mein Leben zwischen diesen Tagen hätte unterschiedlicher nicht sein können - und ich finde es so seltsam, gerade an den Punkt zu denken. An den einen Tag im späten Februar 2014 sehne ich mich so sehr nach einen Neuanfang, und den Wunsch endlich den Gijur anzufangen. Ein Jahr später lebe ich dann dieses Leben, studiere Hebräisch an der Universität Kopenhagen, und das Leben das ich vorher lebte ist irgendwo im Schatten. Ein Jahr ist immerhin im großen Bild keine allzu lange Zeit - und dennoch war mein Leben nun ganz anders als vorher. 

Es waren also schon zwei verschiedene Leben, die ich lebte. 

Die Zeit ist wirklich ein sehr seltsames Ding. Und sie fliegt wirklich. 

Dienstag, 10. Februar 2026

Ein kalter Tagestrip nach Næstved im April 2014

 

Beim Krankenhaus in Næstved 
Ich habe schon mal geschrieben, dass der Tag, von dem hier schreibe, wohl der letzte wirklich kalte Frühlingstag 2014 war. 

Hier ein bisschen Kontext: 

Der März und der April in Skandinavien sind sehr unberechenbare Monate. Da kann es den einen Tag ein Tag voll Sonnenschein sein, am nächsten Tag Regen, und dann kann es für ein Paar Tage auch sogar schneien. Mein Pesach in Stockholm vor drei Jahren war ja auch ziemlich weiß deswegen. 

Wie ich hier schon oft erwähnt habe, so bin ich in der ersten Hälfte von 2014 sehr oft auf Tagestrips nach Næstved gegangen - mit der Mofa nach Nykøbing Falster, und dann mit dem Zug nach Næstved - und an den Tag war es auch wieder eine sehr spontane Entscheidung. 

Hier hinzufügen möchte ich auch, dass ich am vorherigen Herbst 2013 realisierte, dass ich mich nur am Leben fühle, wenn ich reise. Diese Tagestrips nach Næstved gaben mir dann wenigstens das Gefühl, unterwegs zu sein, und nicht immer an einen Ort gefesselt zu sein. 


Es war halt ein sehr nebliger Tag. Was auch eines der Gründe ist, weswegen ich mich daran so gut erinnere. 

Im Zug las ich "Das Tor", von Sahar Khalifa. 

Es war ein sehr nebliger Tag. Ich glaube auch, dass ich an den Sonntag auch der einzige im Zug war. Ich las "Das Tor" von Sahar Khalifa - das war ein Roman, den ich eigentlich im Jahr zuvor, kurz vor meiner ersten Reise nach Israel angefangen hatte, aber erst zu dem Zeitpunkt wieder angefangen hatte. 

In Næstved angekommen, hatte ich noch mehrere Stunden totzuschlagen, bis das Restaurant, wo ich immer Sushi hatte, öffnete, also ging ich einen längeren Spaziergang - allerdings in eine ganz andere Richtung als gewöhnlich. Statt in Richtung des Parks bei Susåen, ging ich in die Richtung des Krankenhauses, dass an dem nebligen Tag etwas berauschendes an sich hatte. Ich muss hier auch sagen, dass an dem Tag so gut wie keiner in der Stadt war. Es war, als ob die Stadt am schlafen war. Auch am Krankenhaus war nichts los. 

Ich setzte mich also auf einer Bank vor dem Krankenhaus, und habe da dann etwas auf meinem iPad rumgesurft. Damals funktionierte die Simcard in ihr noch, die lief im Frühling 2016 aus. Zudem habe ich da auch weiter "Das Tor" gelesen. 

Ich muss auch sagen, dass ich irgendwie sehr existentialistisch wurde und darüber nachdachte, wie sehr ich mich nach einen Neuanfang sehnte. 


Der Baum da hatte was an sich. 

Nach einer Weile bin ich dann weitergegangen - und es ging bergauf und bergab, und da war auch ein ziemlich großer Kiosk und ein Rema 1000 Supermarkt. Keine Ahnung warum ich mich gerade so auf die Details erinnere, aber ich erinnere mich halt daran. Und die Straße die ich folgte folgte auch die Bahngleise in Richtung Kopenhagen. Zu dem Zeitpunkt freute ich mich so sehr, im darauffolgenden Spätsommer nach Kopenhagen zu ziehen - allerdings war das mental immer noch sehr weit weg, auch weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob ich am Studium angenommen wurde. Das ist sehr seltsam, an das zurückzudenken. 

Dann bemerkte ich, wie die Zeit vergangen war, und machte mich dann auf dem Weg nach Susåen. 

Die späten Blüten beim Susåen. 

Ich hatte dann wieder eine entspannende Mahlzeit in dem Restaurant - dass es seit 2020 leider nicht mehr gibt. 

Als ich fertig war, machte ich mich dann wieder auf dem Weg zurück zum Bahnhof - ich kaufte dann wieder eine Ausgabe des Spiegels, wo ich ein peinliches Interview mit dem Selbsthasser und Bundist-Wannabe Daniel Cohn-Bendit las - und gerade das Detail weis ich wegen diesen Post von damals, gerade zwei Tage später verfasst. 

Warum gerade wieder ein Tag wie der in Erinnerung ist? Weil der sehr typisch für mich war, in den letzten 7 Monaten auf Lolland vor meinem Umzug nach Kopenhagen im Spätsommer 2014. Ich versuchte damals noch den Führerschein zu machen, hat nicht funktioniert und wird wohl nie etwas. Ich bin auch glücklich ohne Führerschein. Was mich allerdings an das mit dem Führerschein stört ist dass ich das Geld meiner Eltern damit vergeudet habe. Meine Tage waren auch sehr monoton. Frühstück war meist das Chop Suey aus dem Supermarkt, am Vormittag liefen auf Sat1 Wiederholungen von Richterin Barbara Salesch und Richter Alexander Hold, und am Nachmittag dann die Fortsetzung/Spin Off des letztgenannten Im Namen der Gerechtigkeit, und Abends dann Taff und Die Simpsons bei Prosieben, und dann ab 20 Uhr dann meist das was bei Comedy Central lief - das war bevor der Kanal mit Viva den Sendeplatz teilte, und dann am 1. Januar 2019 komplett übernahm, nachdem Viva am Tag zuvor den Sendebetrieb einstellte. Viva war auch oft Backgroundnoise für mich in der Zeit, und so blieb es bis zur Einstellung am 31/12 2018. 

Das Einzige, woran ich in der Zeit dachte, war die Reise nach Israel im Juli, und der Umzug. Alles zusammen mit der Hoffnung, dass ich zum Studium zugelassen wurde. 

Und an all das muss ich jetzt seit 2021 immer wieder denken, da ich wieder wie damals in einer Limbo bin. Wenigstens sehe ich jetzt endlich das Licht am Ende des Tunnels. 

Und ein Tag später war dann das hier in der Bild:

Ja, Helena Bonham-Carter als Bellatrix Lestrange an der ersten Bild Schlagzeile an dem Tag. Hier ein Link zum Fall von damals. 


Donnerstag, 22. Januar 2026

Ein Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht, und wie sehr ich unter Fernweh leide

 

Ja, dieses Foto aus dem Juli 2014, als meine Eltern und ich in Kopenhagen ankamen auf den Weg nach Israel via Istanbul, stellt für mich jetzt irgendwie dieses Licht am Ende des Tunnels da 

Ich bin noch immer in diesen bürokratischen Prozess in den ich seit nun zwei Jahren stecke, aber ich sehr langsam schon endlich das Licht am Ende des Tunnels nach dem ich mich schon so lange sehne. 

Da ist das - und dann ist da die Tatsache, dass ich irgendwie spüre, dass sich einige Sachen aus dem Frühling 2023 mehr oder weniger wiederholen. Zum Beispiel die Tatsache, dass ich höchstwahrscheinlich zu Pesach wieder in Stockholm sein werde. Und nach Israel werde ich wohl frühestens auch erst wieder im Mai sein - mein letztes Mal in Israel war im Mai 2023, und das war wirklich das Highlight des gesamten Jahres. Ich hoffe nur, dass ich dieses Jahr wieder anfangen kann, ZWEI MAL IM JAHR nach Israel zu reisen, wie vor 2020. Und wenn man von vor 2020 redet, so hoffe ich, dass ich wenn dieses bürokratische Chaos vorüber ist, wieder so frei und unabhängig sein werde wie damals. 

Wenn das gesagt ist, mein wichtiges Praktikum ist am Dienstag vorbei, nach einem ganzen Jahr. Ich habe da jedenfalls vieles über mich selbst gelernt. 

Fernweh. (Carlsberg/Kongens Enghave, März 2023) 

Aber dieses Fernweh geht mir wirklich auf den Sack. Wie ich hier auf dem Blog schon oft erwähnt habe, so fühle ich mich nur am Leben, wenn ich reise. Ich hatte seit 2021 keine richtigen Sommerferien mehr, und ich war kaum auf Reisen wegen meiner finanziellen Lage. Ich kann es wirklich nicht mehr aushalten und will deswegen oft schreien. Ich wollte letztes Jahr im August oder September gerne eine kleine Reise nach Hamburg unternehmen, aber selbst dazu kam es nicht, und das nervt mich selbst heute. 

Wenn es nach mir gehen würde, würde ich auch noch vor Pesach nach Israel reisen, aber wegen dem bürokratischen Chaos geht es leider nicht. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, frühestens wieder im Mai wieder da zu sein, aber wenigstens komme ich vorher noch nach Stockholm zu Pesach. 

Und wenn ich jetzt Stockholm erwähne, so hoffte ich nach Pesach 2023 in Stockholm, dass ich die Stadt wieder des Öfteren besuchen würde. Genau wie ich es nach Hamburg im Spätsommer 2021 hoffte. Aber in beiden Fällen kam es nicht so. 

Am Trumpeldor Friedhof in Tel Aviv, Mai 2023 

Ich bin jedenfalls froh dass meine Situation sich jetzt bald ändern wird. 

Bis dahin werde ich jedenfalls mehrere Schichten bei Prüfungen auf diversen Gymnasien machen. 

Bei der Zisterne von Ramla, Mai 2023 

Freitag, 26. Dezember 2025

Mein bisher schönstes Chanukka

Da Chanukka nun jetzt auch vorbei ist, dachte ich, schreibe ich mal über mein bis jetzt schönstes Chanukka. Bis jetzt, jedenfalls. 

Das war das Chanukka 2018 beziehungsweise 5779, und hier muss ich wieder sagen dass 5779 eines der besten Jahre überhaupt war. Es war auch das letzte normale Jahr vor der Pandemie. 

Menora im Rathaus von Kopenhagen

Es fing aber schon am Samstagabend vorher für mich an. Ich bin nach der Havdala über Ballerup nach Vanløse, und von Vanløse aus in die Innenstadt gereist, da ich zu einer Pre-Chanukka Feier im Gemeindehaus sollte. Es war ein sehr schöner Abend. 


Dreidel-Schmuck im Gemeindehaus 

Am nächsten Tag bin ich dann spät am Nachmittag wieder in die Stadt gefahren, und habe dann in der Großen Synagoge den Feiertag eingeleitet, und es dann am darauffolgenden Abend wieder gemacht, da an dem Abend die große von Chabad gehaltene Feier am Rathausplatz stattfinden würde. 

Chanukka am Kopenhagener Rathausplatz 

Innerhalb der Großen Synagoge am zweiten Abend Chanukka - das wohl schönste Foto dass ich je in der Synagoge gemacht habe 

Es war ein sehr, sehr schöner Abend am Rathaus, auch als wir drinnen gegessen haben - dieses Mal nicht im Empfangssaal, sondern da wo normalerweise Treffen stattfinden und so. 

Am nächsten Tag reiste ich nach Lolland, weil wir in derselben Woche nach Berlin reisten. Dass dies das zweite Mal in Berlin zu Chanukka sein würde, war mir noch nicht aufgefallen. 

Chrein - sehr schwer in Dänemark zu finden 

Koscheren Großeinkauf. 

Das erste was wir in Berlin machten war der Einkauf im koscheren Supermarkt in Wilmersdorf. Da kauften wir auch einige Gläser Gefilte Fisch - wenn es billiger ist als in Dänemark ist, muss man halt zugreifen.  

Danach machte ich mir einen schönen Tag, nachdem alle unsere Sachen in der Wohnung abgelegt waren. 

Irgendwann fand ich mich wieder am Brandenburger Tor, wo ich zum ersten Mal seit 2013 wieder die große Menora sah. 

Chanukka 5779 am Brandenburger Tor 

Erst da fiel mir auf, wie sehr sich mein Leben seit Chanukka 2013 zum besseren gewendet hatte, und das ich jetzt ein ganz anders Leben lebte, ein Leben, nachdem ich mich gesehnt habe. Und es war sehr schön daran zu denken, dass ich jetzt als Jude da stand. 

Danach machte ich mich auf zur Oranienburger Straße, um dort bei Hummus & Friends zu essen. 

Israelischer Salat 
Dort war auch eine Menora an. 

Die Schamasch war gerade am ausgehen...

Danach ging ich raus und bewunderte wieder die Neue Synagoge. Ich werde wirklich nie müde, diesen Ort zu fotografieren. 



Am Tag darauf war ich wieder da, weil ich eine Ausstellung im Centrum Judaicum besuchte 


In der U-Bahn Station habe ich da auch wieder die Fotos vom Wiederaufbau bewundert. 








Zurück in der Wohnung habe ich dann die Menorot angezündet. 


Am nächsten Tag war ich dann am Fernsehturm, und war dann wie oben erwähnt in der Neuen Synagoge um im Centrum Judaicum eine Ausstellung zu besuchen. Danach fuhr ich zur Topografie des Terrors um eine Ausstellung über die Kristallnacht zu besuchen, die jedoch irgendwie nichtssagend war. 



Ich habe dann noch an dem Nachmittag die Chanukkakerzen angemacht, und machte mich dann auf zur Synagoge Rykestrasse. 


Das Waschbecken 




Kurz vor dem Kabbalat Schabbat wurde dann am Pult mit Kindern die Menora angezündet, und es klang so schön, als alle mit dem Kindern das Maoz Tzur gesungen haben. Allein dieses Erlebnis machte dies zu einen von den Gründen, weswegen ich dieses Chanukka als mein bestes bis jetzt bezeichne. 

Am nächsten Morgen war ich dann zum Morgengebet wieder in der Rykestrasse, und am Abend nach der Havdala habe ich mich dann auf Geschenkejagd zum Kurfürstendamm gemacht. 








Der Anblick vieler Menorot am Kurfürstendamm machte mich so glücklich. 

Am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Dänemark - aber am Weg zurück hatten wir einen schönen kurzen Stopp in Wismar. 

Ich war bis zu dem Tag noch nie in Wismar  - ich hatte diese Stadt bisher nur von weitem gesehen. 





Wismar hat irgendwie zu mir durchgedrungen; ich weis nicht wirklich, warum. Als ich dann im darauffolgenden Sommer Murnaus Nosferatu (1922) als Teil einer schriftlichen Prüfung sah, konnte ich mehrere Orte Wismars wiedererkennen. 

Nach ein Paar Stunden in Wismar sind wir jedenfalls wieder weiter nach Puttgarden zur Fähre gefahren. 

Wieso bleibt mir gerade dieses Chanukka so sehr in Erinnerung?

Ich glaube es hat was damit zu tun, weil ich da zum ersten Mal nach sehr langer Zeit wieder mit so gut wie allen in mein Leben zufrieden war, und ich mir einige schlechte Angewohnheiten abgewöhnt hatte. Und auch, weil ich anfing, einigen Leuten langsam den Rücken zu kehren, da deren Gesellschaft mir nicht gut tat. 

Mir ging es jedenfalls sehr gut - und es ist auch eines der Gründe, weshalb ich das Jüdische Jahr 5779 so sehr vermisse. Es war einfach alles gut - und das nicht nur, weil es das letzte normale Jahr war, bevor Corona es alles zerstört hat. 

Mir selbst geht es gerade jetzt fiel besser als zu Anfang diesen (gregorianischen) Jahres. Und ich sehe G"tt sei dank ein Licht am Ende des Tunnels. 

Bitte lass den Winter enden....

  Frederiksberg im Schnee Ich muss sagen, dieser Winter ist bis jetzt ein sehr kalter gewesen - erst in den letzten Tagen ist es etwas wärme...