Montag, 17. August 2026

Gedanken beim Housesitting

 

Anfangende Dämmerung im Garten 

Derzeit bin ich zum ersten Mal seit 4 Jahren bin ich am Housesitten. Ich habe es seit 2022 nicht mehr getan, und zu dem Zeitpunkt hatte ich es seit 2019 nicht mehr gemacht. 

Dieses Mal ist es jedoch das erste Mal seit 2015, dass es längere Zeit ist als nur ein verlängertes Wochenende. 

Und ich muss sagen, es fühlt sich gut an, mal der Großstadt zu entkommen. Ich wünschte jedoch, dass mein Budget Tagesreisen nach Næstved erlauben würde, kann es aber nicht. 

Andere Verwandte werden das Housesitting übernehmen, wenn ich wegen der kommenden Eksamen wieder nach Kopenhagen muss. 

Ich genieße jedenfalls auch mal wieder die Natur, fernab der Parks von Kopenhagen oder den Vorstädten dort. 

Bei Aalholm

Und natürlich brauche ich auch viel Zeit beim nachdenken. 

Das gute derzeit ist, dass ich inzwischen ein Licht am Ende des Tunnels sehe. Ich freue mich schon. 

Freitag, 14. August 2026

FILMKRITIK: Oldboy (Südkorea 2003) (8/10)

 

Alternative Titel올드보이, Oldeuboi

Regie: Park Chan-wook

Produktion: Lim Seung-young

Drehbuch: Park Chan-wook, Hwang Jo-yun, Lim Jun-hyung nach einem Manga von Garon Tsuchiya und Nobuaki Minegishi 

Musik: Jo Yeong-wook 

Darsteller: Choi Min-sik, Kang Hye-jung, Yoo Ji-tae, Oh Dal-su, Ji Dae-han, Kim Byeong-ok, Yoon Jin-seo, Oh Kwang-rok

Handlung:

Der betrunkene Geschäftsmann Oh Dae-su (Choi Min-sik) wird eines Nachts von der Polizeiwache entführt, und wacht in einer verschlossenen Wohnung auf, in der er 15 Jahre lang fangengehalten wird. In der Zeit ist der Fernseher der einzige Kontakt zur Außenwelt - dort erfährt er vom Mord an seiner Frau, und er gilt als Hauptverdächtiger. Als er dann eines Tages aufwacht, ist er auf dem Dach eines Gebäudes, und will dann herausfinden, wer ihn 15 Jahre seines Lebens gestohlen hat. Hilfe bekommt er von der Sushimeisterin Mi-do (Kang Hye-jung) und seinem alten Freund Joo-hwan (Ji Dae-han). 

Review:

Nummer zwei der Rache-Trilogie von Park Chan-wook, nach Sympathy for Mr Vengeance. Wie ich schon in der Review zum ersten Teil sagte, finde ich, dass der erste Teil der schwächste Teil der Trilogie ist, obwohl die meisten Kritiker mir da widersprechen. Oldboy - und der darauffolgende Sympathy for Lady Vengeance - sind die ein deutlich besseren Filme der Trilogie. 

Ich möchte hier auch sagen, der Film ist wirklich nichts für schwache Nerven. Und ja, ich werde hier nichts spoilern, aber um euch eine Idee zu geben, was für eine Art von Brutalität hier ist, in einer Szene verschlingt Choi Min-sik einen lebenden Tintenfisch. Als Park Chan-wook den Preis er Jury in Cannes für diesen Film, widmete er den Preis den Tintenfischen, die für diesen Film ihr Leben ließen. Wie passend. 

Choi Min-sik spielt hier wohl die Rolle seines Lebens. Man nimmt ihn wirklich ab, dass er in der Wohnung seinen Verstand verliert. Und der Gedanke, 15 Jahre seines Lebens gestohlen zu bekommen, ist wirklich aus einem Alptraum. Die Kamerawinkel in den Szenen sind auch wirklich sehr klaustrophobisch. Kang Hye-jung spielt die Rolle der Mi-do auch sehr gut, und auch mit einer gewissen Tiefe - und gleichzeitig ist ihr Charakter auch sehr geheimnisvoll, da man nicht weis, wie und wo sie eigentlich steht. Yoo Ji-tae spielt die Rolle von Dae-sus Peiniger sehr gut, als diabolischer Sadist mit einem freundlichen Lächeln. Weshalb hat er Dae-su entführt und 15 Jahre eingesperrt? Mehr werde ich jetzt nicht sagen. Ji Dae-han ist gut als Comic Relief, kommt aber ziemlich kurz. 

Und dann ist da auch der sehr schwarze Humor - als Dae-su in Freiheit ist, kommt er an einem Mann vorbei, der Selbstmord begehen will. Mit kleinen Hund. Dae-su erzählt ihn dann seine Geschichte, und dann, als der Mann selbst erzählen will, geht Dae-su einfach weg. Als Dae-su dann das Gebäude verlassen hat, springt der Mann mit dem Hund runter und landet auf ein Auto. Ja. 

Eine andere witzige Szene - jedoch nicht so makaber - ist die, in der Dae-su und Mi-do jedes chinesische Restaurant der Stadt besuchen, um die Teigtaschen zu probieren, um über den Lieferjungen herauszufinden, wo er festgehalten wurde. Ja. 

Und die Kameraarbeit ist topklasse - so ist da eine berühmte Szene, die eine Schlägerei zeigt die in einem langen Take aufgenommen wurde ohne schnitte. 

Und die Farben sind ziemlich matt, meist dunkel und hier und da etwas violettes. Ein Augenschmaus wird erst der dritte Teil. 

Der große Twist am Ende - den ich jedoch nicht verraten möchte - gibt einen sehr viele Fragen auf, und, man fragt sich dann, wer an wem wohl die größte Rache hatte. Und man fragt sich dann: Warum? Und man fragt sich, ob Mitleid möglich ist. 

Letztendlich ist der Rote Faden in der Trilogie, dass Rache meistens nicht die Katharsis gibt, die man sich erhofft. 

Screenshots:































Mittwoch, 12. August 2026

Ich hatte also recht - Richter Alexander Hold kehrt zurück!

Nun denn, letzten März habe ich mich gefragt, weshalb Sat1 auf einmal Folgen von Richter Alexander Hold wiederholt, und dass, obwohl die Sendung seit 2013 nicht mehr produziert wird und seit 2015 nicht mehr auf Sat1 wiederholt wurde (stattdessen liefen Wiederholungen auf Sat1 Gold). 

Ich äußerte die Vermutung, dass Sat1 Die Zuschauer auf ein Comeback vorbereitet, nachdem die sahen, dass das Comeback von Barbara Salesch und Ulrich Wetzel auf RTL so gut funktionierte. 

Naja - ich hatte recht. 

So lernte ich es bereits vor einem Monat auf Youtube, und hier ist ein passender Artikel dazu. 

Hold hatte eine Prostatakrebserkrankung hinter sich, aber inzwischen geht es ihn wieder besser. Und da diese Wiederholungen gut laufen, wollten die was besonderes zum 25 Jubiläum der Sendung machen. 

Ich bin ja mal gespannt wie es sein wird - und ich hoffe dass folgendes gemacht wird, dass das Reboot von Salesch und Wetzel gut gemacht hat: Etwas mehr Self Awareness. Das war etwas, was bei Richter Alexander Hold fehlte - obwohl es in den ersten Staffeln ziemlich ulkig wurde, wie in der Folge mit dem Kerl aus dem fiktiven (!) Land der ein deutsches Mädchen als Frau kaufen wollte. 

(Und ja, an solche Fälle erinnere ich mich immer) 

Und bin mal gespannt ob Benita Brückner, Isabella Schulien und Stephan Lucas dann zurückkehren, wenn man bedenkt, dass die jetzt bei Wetzel sind. 

Und dann frage ich mich dann folgendes - kommt dann Im Namen der Gerechtigkeit dann auch zurück? 

Die Lena als Zeugin beim Hold, 2009

Mittwoch, 5. August 2026

Ein Kinoerlebnis an einem sehr deprimierenden Tag, und wie die Sensation vergessen wurde

 

Ah, ich erinnere mich noch gut an damals, wo dieses Meme 2013-2014 die Runden machte 

Es war ein sehr trauriger Tag, eines der traurigsten an die ich mich erinnere. Es war Februar 2015. Es war der Morgen nach dem Terroranschlag. Ich war wegen den ganzen Horrors des Tages sehr überwältigt. Und ich wollte auf andere Gedanken kommen. 

Aber gehen wir zuerst zurück ins Jahr 2009. Eine junge Britin namens Erika Leonard ist ein Fan der Twilight-Reihe, die zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihres Craze ist. Eine Tages beginnt sie, eine Fanfiction zu Twilight zu schreiben, wie viele andere damals auch. Das Werk hieß Master of the Universe, und es spielte in einem alternativen Universum in der Bella Swan und Edward Cullen eine BDSM-induzierte Romanze haben. Die Fanfic wird schnell populär - und irgendwann wurde ein kleiner australischer Verlag darauf aufmerksam, und kontaktieren Erika. Sie ändert daraufhin die Namen, Orte, und korrigiert einige Kleinigkeiten. 2011 ist es dann so weit, und es wird als "Fifty Shades of Grey" veröffentlicht. Erika Leonard benutzt fortan das Pseudonym E. L. James. Im Laufe des Jahres und Anfang 2012 verbreitet sich das Buch über Mundpropaganda und diversen Blogs, und Kindle und andere E-Books verbreiten es dann schnell - auch weil es so weniger peinlich zum lesen ist, in der Öffentlichkeit. 

2012 erwerben Vintage Books die Rechte, und es kommt in eine noch breitere Öffentlichkeit, und wird in viele Sprachen veröffentlicht. Daraufhin kommt die Debatte, ob es sich um richtige Literatur handelt, oder um Schund oder Porno - und die BDSM-Szene distanziert sich gezielt von dem Werk, da das, was im Roman dargestellt wird, so gut wie nichts mit richtigen BDSM zu tun hat. Es kommen daraufhin Parodien im Fernsehen, diverse Artikel in Zeitschriften und Websites, und so gut wie jeder redete darüber. 

Dank einem Artikel im Stern im Sommer 2012 erfuhr ich, dass es sich um eine Twilight Fanfiction handelt. Das konnte ich nicht vergessen - und viele im Gymnasium wollten es nicht glauben. 

Irgendwann wurde natürlich auch von einer Verfilmung geredet. 

Im Sommer 2013 versuchte ich dann selbst, den ersten Teil der Reihe zu lesen. Ich gab nach wenigen Kapiteln auf. 

Zur selben Zeit tauchte auch zum ersten Mal das oben reingestellte Meme auf. 

Aber zurück zum Februar 2015. 

Ich saß also im Kino. Es war sogar der Tag der Premiere in Dänemark. Es waren nicht viele im Kino. Aber es waren einige Stück  - und da es die Premiere war, war es sogar im größten Sal des alten, prächtigen Kinos bei Vesterport. Und gerade deswegen bemerkte man, wie leer es eigentlich war. 

Der Film fing an. Wir treffen also dann Anastasia Steele, gespielt von Tipi Hedrens Enkelin und Tochter Melanie Griffiths, Dakota Johnson. Die Kamera liebt sie. Dann hat sie ihr erstes Treffen mit dem berüchtigten Christian Grey, gespielt von Jamie Dornan. Der Dialog zwischen ihnen beginnt. Ich fange an zu lachen, muss mich aber zusammenreisen. Das Schauspiel und die Dialoge - vor allem die Dialoge - waren grauenhaft. Und nein - Dakota Johnson und Jamie Dornan hatten wirklich keine Chemie. Da man kann über die Twilight-Filme sagen was man will, aber Kristen Stewart und Robert Pattinson hatten wenigstens Chemie. 

Der Film geht weiter. Wir kommen zur ersten Sexszene. Ziemlich langweilig, und dann auch noch diese wirklich prätentiöse Musik. Irgendwann treffen wir Christians Eltern. Die Mutter wird von Marcia Gay Harden gespielt, die ich bis dahin nur aus Law & Order: Special Victims Unit kenne. Ach ja, und die Schwester wird von der Sängerin Rita Ora gespielt. Ihr Schauspiel ist genauso langweilig wie ihre Gesangskünste, aber das woran ich in dem Moment am meisten dachte war die Tatsache, wie sehr sie gestylt war wie Ashley Greene als Alice in den Twilight Filmen. 

Nun denn, irgendwann kam das Ende. Christian Grey ist ein eifersüchtiger Psycho, und am Ende verlangt Anastasia, dass er sie mit der Peitsche bestrafen sollte. Macht er dann auch. Sie verlässt ihn, und der Film ist zu ende. Und sobald der Film vorbei war, haben alle im Kinosaal gelacht. 

Ja, das war der Film auf dem alle so sehr gewartet haben. 

In der Zeit danach kam dann in den Nachrichten, dass eine Frau im Kino irgendwo beim masturbieren ertappt wurde. Igitt. 

Aber der Punkt ist der, dass der Film ziemlich schlecht ist, und auch sehr zahm. Ich bezweifle, dass die Macher Filme wie La Bête oder A Woman Called Abe Sada gesehen haben. 

In der Zeit danach bemerkten viele, wie unangenehm Dakota Johnson und Jamie Dornan wirkten, wenn sie Interviews zum Film gaben. 

Trotz allen wurde der Film ein Hit. Die Kritiken waren jedenfalls entweder gemischt oder negativ. 

Dann kam das Frühjahr 2017. 

Der zweite Film war irgendwie schlechter als der erste. Und mit noch schlechteren Dialogen. Ach ja, und ein sehr schlecht gespielter Gastauftritt von Kim Basinger. 

Die Kritiken waren vernichtend, dennoch finanziell erfolgreich. Aber man bemerkte zu diesen Zeitpunkt schon, dass der Reiz von 2012-2015 schon deutlich nachgelassen hatte. 

2018 kam dann der letzte Teil raus. Der Film war eindeutig der schlimmste der Trilogie, da im Film so gut wie kein Plot vorhanden ist, das einzige was man sagen kann ist dass Anastasia und Christian heiraten und dass Anastasia eine richtige versnobte Zicke geworden ist, und dass die meisten Szenen nur die beiden im Reichtum zeigen. Und dann war da ein ziemlich blödes Lied von Rita Ora. 

The End. 

Ich kann mir vorstellen, dass Dakota Johnson und Jamie Dornan froh waren, als das ganze vorbei war. 

Aber jetzt zum Nachtrag:

Heute ist die Fifty Shades-Reihe nun mehr oder weniger vergessen worden. Klar, Leute wissen worum es geht, und in Antiquariaten und anderen Second Hand-Läden sieht man oft ganze Haufen von den Büchern, zusammen mit dem Da Vinci Code. Mehreres darüber hier

Gesehen in Kalundborg, Herbst 2025

Ich finde es einfach wirklich faszinierend, wie etwas, was vor einen Jahrzehnt her noch so überall war, jetzt entweder vergessen ist, oder Leute versuchen es zu vergessen. 

Interessant ist auch folgendes:

2012-2014 waren da sehr viele Fifty Shades-Klone auf dem Buchmarkt, die heute allesamt vergessen sind. 

Soll heißen, bis auf einen - 365 Tage von Blanka Lipinska, der 2020 verfilmt wurde und durch Netflix populär wurde. Wobei man hier aber bedenken muss, dass der Roman 2018 geschrieben wurde, also all die große Fifty Shades Mania schon lange vorbei war. 

Ich frage mich, was der nächste große literarisch-inspirierte Craze ist. Jetzt hatten wir ja den Twilight Craze 2008-2010, den durch den Hunger Games-Filmen inspirierte YA Dystopia Boom 2012-2016, und die gleichzeitige Fifty Shades-Mania. 

"Booktok" scheint nicht vieles herzugeben, außerhalb der Bubble. 

Ich bin ja gespannt. 

Und ja, ich frage mich auch, wie eine Fifty Shades Verfilmung mit Miranda Cosgrove und Nicolas Cage sein würde. 

Schon in der letzten Woche 5786...

  Der spontane Trip nach Stockholm war definitiv das Highlight des Jahres 5786.  Und schon ist wieder ein Jahr vergangen. 5786. Und dieses J...