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| Beim Krankenhaus in Næstved |
Ich habe schon mal geschrieben, dass der Tag, von dem hier schreibe, wohl der letzte wirklich kalte Frühlingstag 2014 war.
Hier ein bisschen Kontext:
Der März und der April in Skandinavien sind sehr unberechenbare Monate. Da kann es den einen Tag ein Tag voll Sonnenschein sein, am nächsten Tag Regen, und dann kann es für ein Paar Tage auch sogar schneien. Mein Pesach in Stockholm vor drei Jahren war ja auch ziemlich weiß deswegen.
Wie ich hier schon oft erwähnt habe, so bin ich in der ersten Hälfte von 2014 sehr oft auf Tagestrips nach Næstved gegangen - mit der Mofa nach Nykøbing Falster, und dann mit dem Zug nach Næstved - und an den Tag war es auch wieder eine sehr spontane Entscheidung.
Hier hinzufügen möchte ich auch, dass ich am vorherigen Herbst 2013 realisierte, dass ich mich nur am Leben fühle, wenn ich reise. Diese Tagestrips nach Næstved gaben mir dann wenigstens das Gefühl, unterwegs zu sein, und nicht immer an einen Ort gefesselt zu sein.
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| Es war halt ein sehr nebliger Tag. Was auch eines der Gründe ist, weswegen ich mich daran so gut erinnere. |
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| Im Zug las ich "Das Tor", von Sahar Khalifa. |
Es war ein sehr nebliger Tag. Ich glaube auch, dass ich an den Sonntag auch der einzige im Zug war. Ich las "Das Tor" von Sahar Khalifa - das war ein Roman, den ich eigentlich im Jahr zuvor, kurz vor meiner ersten Reise nach Israel angefangen hatte, aber erst zu dem Zeitpunkt wieder angefangen hatte.
In Næstved angekommen, hatte ich noch mehrere Stunden totzuschlagen, bis das Restaurant, wo ich immer Sushi hatte, öffnete, also ging ich einen längeren Spaziergang - allerdings in eine ganz andere Richtung als gewöhnlich. Statt in Richtung des Parks bei Susåen, ging ich in die Richtung des Krankenhauses, dass an dem nebligen Tag etwas berauschendes an sich hatte. Ich muss hier auch sagen, dass an dem Tag so gut wie keiner in der Stadt war. Es war, als ob die Stadt am schlafen war. Auch am Krankenhaus war nichts los.
Ich setzte mich also auf einer Bank vor dem Krankenhaus, und habe da dann etwas auf meinem iPad rumgesurft. Damals funktionierte die Simcard in ihr noch, die lief im Frühling 2016 aus. Zudem habe ich da auch weiter "Das Tor" gelesen.
Ich muss auch sagen, dass ich irgendwie sehr existentialistisch wurde und darüber nachdachte, wie sehr ich mich nach einen Neuanfang sehnte.
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| Der Baum da hatte was an sich. |
Nach einer Weile bin ich dann weitergegangen - und es ging bergauf und bergab, und da war auch ein ziemlich großer Kiosk und ein Rema 1000 Supermarkt. Keine Ahnung warum ich mich gerade so auf die Details erinnere, aber ich erinnere mich halt daran. Und die Straße die ich folgte folgte auch die Bahngleise in Richtung Kopenhagen. Zu dem Zeitpunkt freute ich mich so sehr, im darauffolgenden Spätsommer nach Kopenhagen zu ziehen - allerdings war das mental immer noch sehr weit weg, auch weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob ich am Studium angenommen wurde. Das ist sehr seltsam, an das zurückzudenken.
Dann bemerkte ich, wie die Zeit vergangen war, und machte mich dann auf dem Weg nach Susåen.
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| Die späten Blüten beim Susåen. |
Ich hatte dann wieder eine entspannende Mahlzeit in dem Restaurant - dass es seit 2020 leider nicht mehr gibt.
Als ich fertig war, machte ich mich dann wieder auf dem Weg zurück zum Bahnhof - ich kaufte dann wieder eine Ausgabe des Spiegels, wo ich ein peinliches Interview mit dem Selbsthasser und Bundist-Wannabe Daniel Cohn-Bendit las - und gerade das Detail weis ich wegen
diesen Post von damals, gerade zwei Tage später verfasst.
Warum gerade wieder ein Tag wie der in Erinnerung ist? Weil der sehr typisch für mich war, in den letzten 7 Monaten auf Lolland vor meinem Umzug nach Kopenhagen im Spätsommer 2014. Ich versuchte damals noch den Führerschein zu machen, hat nicht funktioniert und wird wohl nie etwas. Ich bin auch glücklich ohne Führerschein. Was mich allerdings an das mit dem Führerschein stört ist dass ich das Geld meiner Eltern damit vergeudet habe. Meine Tage waren auch sehr monoton. Frühstück war meist das Chop Suey aus dem Supermarkt, am Vormittag liefen auf Sat1 Wiederholungen von Richterin Barbara Salesch und
Richter Alexander Hold, und am Nachmittag dann die Fortsetzung/Spin Off des letztgenannten
Im Namen der Gerechtigkeit, und Abends dann Taff und Die Simpsons bei Prosieben, und dann ab 20 Uhr dann meist das was bei Comedy Central lief - das war bevor der Kanal mit Viva den Sendeplatz teilte, und dann am 1. Januar 2019 komplett übernahm, nachdem Viva am Tag zuvor den Sendebetrieb einstellte. Viva war auch oft Backgroundnoise für mich in der Zeit, und so blieb es bis zur Einstellung am 31/12 2018.
Das Einzige, woran ich in der Zeit dachte, war die Reise nach Israel im Juli, und der Umzug. Alles zusammen mit der Hoffnung, dass ich zum Studium zugelassen wurde.
Und an all das muss ich jetzt seit 2021 immer wieder denken, da ich wieder wie damals in einer Limbo bin. Wenigstens sehe ich jetzt endlich das Licht am Ende des Tunnels.
Und ein Tag später war dann das hier in der Bild:
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| Ja, Helena Bonham-Carter als Bellatrix Lestrange an der ersten Bild Schlagzeile an dem Tag. Hier ein Link zum Fall von damals. |
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